Barbarazweige: So blühen sie garantiert

Ein Artikel von Christiane Bartal | 01.12.2020 - 10:54
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Barbarazweige sind klassischerweise von der Kirsche abgeschnitten. Aber auch andere Obstgehölze oder Frühjahrsblüher wie Forsythie oder Zierquitte eignen sich dafür © Pixel-Shot/Shutterstock

Es ist ein alter Brauch, der nicht an Beliebtheit verliert: Am 4. Dezember, dem Gedenk- und Namenstag der hl. Barbara, werden Zweige von Obstbäumen (traditionell von der Kirsche) geschnitten und in einer Vase in die Wohnung gestellt. Blühen sie bis zum 24. Dezember auf, steht den Bewohnern Glück – oder vielleicht sogar eine Hochzeit – ins Haus: Früher brachen junge Frauen Zweige ab und hängten Kärtchen mit den Namen möglicher Bräutigame daran. Der Name von jenem Zweig, der als erster aufblüht, sollte der Auserwählte sein.
Erblühen die Zweige nicht, gilt dies als schlechtes Omen für das kommende Jahr. Es lohnt sich also, alles daran zu setzen, damit sich die Blüten zeitgerecht öffnen.

Geh in den Garten am Barbaratag. Geh zum kahlen Kirschbaum und sag: Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit. Der Winter beginnt, der Frühling ist weit. Doch in drei Wochen, da wird es geschehn: Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön. Baum, einen Zweig gib du mir von dir. Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir. Und er wird blühen in leuchtender Pracht mitten im Winter in der Heiligen Nacht.

Josef Guggenmos (1922–2003), deutscher Lyriker

Was sich außer Kirschzweigen noch eignet

Traditionell ist es zwar die Kirsche, von der ein paar Zweige abgeschnitten werden, aber als Barbarazweige eignen sich beispielsweise auch Ästchen von Apfel-, Zwetschken- oder Mandelbaum. Oder probieren Sie es mal mit Winterschneeball, Winterjasmin, Rosskastanie, Kornelkirsche, Forsythie, Schlehe, Zierquitte oder Zierjohannisbeere!

So fördern Sie die Blüte

Aber warum funktioniert das Phänomen der erblühenden Barbarazweige? Die Zeitspanne zwischen 4. und 24. Dezember entspricht der Blütenöffnungsphase der Kirschen. Mit einem Trick können Sie den Erfolg fördern.

Bevor Sie die Zweige in die Wohnung holen, sollten sie Frost abbekommen haben. Die warme Temperatur des Wohnzimmers gaukelt ihnen dann steigende Frühlingstemperaturen vor – sie werden aus der Winterruhe geweckt und beginnen zu blühen.

Und so geht's: Wählen Sie Triebe mit möglichst dicken Knospen aus. Schneiden Sie die Zweige schräg an. Sollte es bis 4. Dezember noch nicht gefroren haben, legen Sie die Zweige für mind. 12 Stunden in die Tiefkühltruhe.
Den Blühimpuls lösen Sie dann aus, indem Sie die Zweige einen Tag lang in warmes Wasser stellen (das simuliert eine warme Witterung), bevor Sie sie in das Zimmer holen. Der Standort im Haus sollte warm, aber nicht zu trocken sein, da die Knospen leicht austrocknen, noch bevor sie erblühen. Ein Platz in der Nähe eines Heizkörpers ist daher nicht ideal. Wechseln Sie das Wasser alle 3 bis 4 Tage, damit die Zweige nicht faulen.

Ursprung des Barbarazweig-Brauchs

Einer alten Überlieferung nach soll die Heilige Barbara auf dem Weg in die Gefangenschaft in einem Turm mit ihrem Kleid an einem Kirschbaumzweig hängengeblieben sein. Den abgebrochenen Zweig stellte sie in ein Gefäß mit Wasser – er erblühte an jenem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.