Herbstzeitlose: Ein Hauch von Frühling

Ein Artikel von Kristina Kugler | 20.09.2021 - 13:44
Colchicum_shutterstock_721704523.jpg

Herbstzeitlosen passen perfekt zu niedrigen Polsterstauden und als Unterpflanzung unter lichten Gehölzen. Im Herbst, wenn die Vielzahl der Blühpflanzen bereits verblüht ist, tritt der unkomplizierte Geophyt ins Rampenlicht © Kazakov Maksim/Shutterstock

Üblicherweise blühen Herbstzeitlosen – wie ihr Name ja richtig vermuten lässt – im Herbst. Dabei erscheint direkt aus der Knolle die kelchförmige Blüte, die über ein mehr oder weniger hohes, stielartiges Blütenrohr mit dem unterirdischen Überdauerungsorgan verbunden ist. Dazugehöriges Laub sucht der interessierte Beobachter jedoch vergeblich, denn dieses wird erst im Frühling gebildet, lange nachdem die Blütenpracht vorbei ist. Die apfelgrün gefärbten, breit-lanzettförmigen, fleischigen Blätter schieben sich ab März ans Licht.

Auch die Fruchtkapseln sind alsbald deutlich erkennbar. In ihnen reifen über den Frühling die schwarz-braunen Samen heran, die von Ameisen oder dem Wind verbreitet werden. Sobald die Tage wieder kürzer werden, ­vergilbt das Laub zusehends und zieht im ­Sommer endgültig ein. So verbringt die Herbstzeitlose die heißesten und die kältesten Monate ruhend und geschützt unter der Erdoberfläche.

Wie unterscheiden sich Krokus und Herbstzeitlose?

So wie es bei den Krokussen Arten gibt, die im Herbst blühen, existieren auch frühjahrsblühende Zeitlosen. Beim schnellen Hinschauen können die beiden Pflanzengattungen durchaus verwechselt werden, doch lassen sie sich recht einfach unterscheiden: Während die Herbstzeitlose sechs Staubblätter und einen recht kurzen Griffel trägt, besitzt der Krokus nur drei Staubblätter, dafür aber einen deutlich längeren Griffel, der sogar über die Blütenblätter hinausragen kann.

Mehr über die Herbstzeitlose und ihre überraschende Sortenvielfalt lesen Sie in GARTEN+HAUS, Ausgabe September-Oktober 2021!