In Wachs gehüllt

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 07.01.2026 - 11:42
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Während die Amaryllis in der kalten Jahreszeit als prachtvolle Winterblume gilt, kündigt die Hyazinthe bereits den Frühling an. Beide sind beliebte Mitbringsel – farbintensiv und elegant holen sie die jeweilige Jahreszeit ins Zuhause. In den vergangenen Jahren werden sie jedoch zunehmend in einer Wachsschicht angeboten, die die Pflege überflüssig machen soll. Was dekorativ aussieht, ist für Umwelt und Pflanzenleben problematisch. Die gewachsten Zwiebelblumen haben den Vorteil, dass sie keinerlei Wasser oder Erde benötigen. Ihre Zwiebel enthält sämtliche Nährstoffe, die für die Blüte notwendig sind, und der Wachsmantel schützt vor dem Austrocknen. Doch das vermeintlich pflegeleichte Konzept hat Konsequenzen: Sobald die Blüte endet, fehlt der Pflanze jede Möglichkeit, neue Wurzeln zu bilden und Nährstoffe aufzunehmen. Die Folge ist ihr Absterben – und durch die nicht kompostierbare Wachsschicht bleibt nur die Entsorgung im Restmüll. Wenn Sie eine Wachs-Amaryllis haben, können Sie jedoch einen Rettungsversuch unternehmen und versuchen, die Wachsschicht vorsichtig zu entfernen und die Zwiebel dann in torffreie Blumenerde zu pflanzen.

Deutlich umweltfreundlicher ist es dennoch, von vornherein auf gewachste Varianten zu verzichten und stattdessen Topfpflanzen zu wählen. Eine im Topf kultivierte Amaryllis lässt sich problemlos überwintern. Nach der Blüte werden die Stiele zurückgeschnitten, die Pflanze weiterhin vorsichtig gegossen und im Sommer an einen kühlen, dunklen Ort gestellt. Im Herbst erwacht sie zu neuem Leben und entfaltet pünktlich zur Adventszeit wieder ihre eindrucksvollen Blüten.
Hyazinthen dagegen eignen sich ideal für den späten Winter und frühen Frühling. Sie können zunächst im warmen Wohnraum blühen, sollten anschließend jedoch ins Freie gepflanzt werden. Im Garten oder auf dem Balkon treiben sie Jahr für Jahr erneut aus – ein farbenfrohes Symbol nachhaltiger Pflanzenpflege.