Aufgrund ungeeigneter Materialien und Bauweisen erfüllen viele Insektenhotels nicht den gewünschten Nutzen – im Gegenteil: Sie können Insekten sogar schaden. © Duqie/Shutterstock.com
Schon seit einiger Zeit schwirren die pelzigen Brummer umher. Warum bleibt das Bienenhotel leer? Damit Wildbienen im Insektenhotel einziehen, sollten Sie Folgendes beachten. Viele günstige Modelle aus dem Handel erfüllen die speziellen Anforderungen nicht. Nur wenn Material und Verarbeitung stimmen, fühlen sich Wildbienen wohl.
Häufige Probleme von Insektenhotels aus dem Handel:
- Scharfe Kante wie ausgefranstes Schilf oder Bambus führen bei den empfindlichen Flügeln zu schweren Verletzungen
- Raue Oberflächen: erschweren das Einziehen
- Harziges Nadelholz: wird oft nicht angenommen
- Ungeeignete Röhrchen (z. B. Bambus mit Knoten) blockieren den Nistraum
- Ein wichtiger Punkt: Wildbienen legen ihre Eier ganz hinten im Gang ab. Deshalb müssen Niströhren für viele Arten mindestens 10 cm tief sein, noch länger ist noch besser.
- Die Röhre dürfen hinten nicht offen sein
- Der falsche Standort: der perfekte Platz ist sonnig und nach Süden ausgerichtet.
Direkt im Boden
Wir greifen meist zu Nisthilfen aus Holzblöcken, Halmen oder Röhrchen, die man aufhängen oder aufstellen kann. Und das ist auch gut und wichtig! Die wenigsten wissen, dass diese Insektenhotels nur Hohlraumnistern genutzt werden können. Die Rostrote Mauerbiene, die Gehörte Mauerbiene oder Blattschneiderbienen, legen ihre Eier in oberirdischen Hohlräumen ab. Besonders viele Wildbienenarten nisten jedoch im Erdboden oder in Steilwänden. Alle jene Wildbienen, die für ihren Nachwuchs unterirdische Gänge anlegen oder ihre Eier im Erdboden ablegen, finden in klassischen Nisthilfen keinen Nutzen. Unterschiedliche Nistmöglichkeiten sind notwendig damit sich viele unterschiedliche Wildbienenarten ansiedeln können. Bodennister brauchen offene, unbewachsene Flächen, vertikale Bodenstellen oder Steilwände, Hänge und Böschungen.
Unglaublich viele Wildbienen, darunter die meisten Arten von Seidenbienen und Sandbienen, graben ihre Niströhren direkt in den Erdboden – teilweise auch richtig tief. Das können reine Erd- oder Sandflächen sein, aber auch Rasenflächen, wo der Eingang der Brutröhre dann mit einem kleinen Sandhäufchen erkennbar ist. Auch die schmalen Fugen zwischen Steinplatten eines Weges können Sandbienen ausreichen, um dort ihre Brutröhe zu graben. Für diese Spezialisten kann das Insektenhotel noch so toll sein, sie werden es nicht nutzen. Die Errichtung eines Sandariums kann hier eine wertvolle Unterstützung sein.
Was ist ein Sandarium?
Ein Sandarium bietet bodennistenden Wildbienen eine sonnige, offene Sandfläche zum Anlegen ihrer Brutröhren. © I. Rottlaender/Shutterstock.com
Ein Sandarium ist eine speziell angelegte, sonnige Sandfläche, die als Nistplatz für erdbewohnende Wildbienen und andere Insekten dient und besteht aus ungewaschenem, grobem Sand oder einem Sand-Lehm-Gemisch besteht.
- Die Standortwahl entscheidet, ob das Sandarium angenommen wird oder nicht: Er sollte sonnig sein.
- Das Sandbett sollte eine Mindestgröße von 50 x 50 cm und mind. 50 cm tief sein. Je größer das Sandarium ist, desto besser. Diese Tiefe ist wichtig, um den Wildbienen ausreichend Platz für die Anlage ihrer Niströhren zu ermöglichen.
- Platzieren Sie Totholz wie Äste im oder um das Sandbett. Diese dienen den Wildbienen dazu, Material zum Verschließen ihrer Brutröhren zu gewinnen.
- Damit Freigängerkatzen das neu gebaute Sandarium nicht plötzlich als Katzenklo verwenden, empfiehlt es sich Brombeer-Ranke oder Rosenschnitt locker darüber zu verteilen.
- Die entsprechende Pflanzenwahl im Garten ist auch entscheidend, ob sich Wildbienen ansiedeln oder nicht. Nur wenn es in der Nähe ein reiches Angebot an nektar- und pollenspendenden Pflanzen gibt, wird auch das Sandarium oder Insektenhotel angenommen. Insektenfreundliche Pflanzen sollten in der Nähe sein oder am Rande des Sandariums – ein Zuwachsen sollte jedoch unbedingt verhindert werden.
- Vermeiden Sie Pflanzen mit gefüllten Blüten oder solche aus Hybrid-Züchtungen, diese bieten Insekten aller Arten kaum Nahrung.