Mit Haus und Flecken

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 28.07.2026 - 10:17
shutterstock_2476414387.jpg

Die Gefleckte Weinbergschnecke trägt ein dunkelbraun gemustertes Gehäuse und ist etwas kleiner als ihre heimische Verwandte. © Manfred Ruckszio/Shutterstock.com

shutterstock_2337512501.jpg

Die Gefleckte Weinbergschnecke bleibt mit einem Gehäusedurchmesser von durchschnittlich 3 cm deutlich kleiner als die heimische Weinbergschnecke. © Thijs de Graaf/Shutterstock.com

Die Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum) ist der heimischen Weinbergschnecke auf den ersten Blick ähnlich, bleibt jedoch deutlich kleiner. Ihr dunkelbraun gemustertes Gehäuse, manchmal mit Längsbändern oder hellen Sprenkeln, macht sie unverwechselbar. Ihre Haus hat einen Durchmesser von 25 bis 40 mm, selten bis 45 mm, während das Gehäuse der Weinbergschnecke (Helix pomatia) bis zu 5 cm groß wird. Ursprünglich stammt die Gefleckte Weinbergschnecke aus dem Mittelmeerraum. Durch den internationalen Pflanzenhandel gelangte sie in viele Regionen der Welt und ist auch in Österreich immer häufiger zu finden. Besonders im wintermilden Osten findet sie zunehmend geeignete Bedingungen.

Da starke Frostperioden seltener werden, kann sich die Schnecke immer häufiger erfolgreich vermehren und dauerhaft ansiedeln. Anders als die heimische Weinbergschnecke bildet sie im Winter keinen schützenden Kalkdeckel, sondern verschließt ihr Gehäuse lediglich mit einer dünnen Schleimhaut. Diese schützt zwar vor Austrocknung, nicht jedoch vor strengem Frost. Bleiben tiefe Minusgrade aus oder finden die Schnecken ausreichend geschützte Rückzugsmöglichkeiten, sorgen die erfolgreich überwinterten Schnecken für reichlich Nachwuchs.

Zwischen Gartengast und Feinschmecker-Küche

shutterstock_421801075.jpg

Die heimische Weinbergschnecke ist an ihrem großen, kugeligen Gehäuse zu erkennen, das einen Durchmesser von rund 5 cm erreichen kann. © Svetlana Klaise/Shutterstock.com

Die Gefleckte Weinbergschnecke ist äußerst anpassungsfähig. Sie besiedelt Wälder ebenso wie Parks, Gärten und Siedlungen und ist hauptsächlich in der Dämmerung sowie nachts aktiv. Tagsüber zeigt sie sich meist nur nach Regen und versteckt sich sonst unter Pflanzen oder zwischen Steinen und Mauern.

Sie ernährt sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Eine Ausnahme bildet das Frühjahr, wenn nach dem Winter noch wenig abgestorbenes Pflanzenmaterial zur Verfügung steht. Auch bei hohen Bestandsdichten kann die Gefleckte Weinbergschnecke häufiger lebende Pflanzen oder Früchte anknabbern. Dadurch wird sie mancherorts als Plage oder Gartenschädling wahrgenommen.
Interessant ist eine weitere Beobachtung: Die Gefleckte Weinbergschnecke frisst offenbar auch die Eier von Nacktschnecken. Dort, wo sie häufiger vorkommt, scheint die Zahl der gefürchteten Nacktschnecken geringer zu sein. 

Weniger bekannt ist, dass die Art auch kulinarisch geschätzt wird. In Österreich wird sie unter anderem als „Wiener Schnecke“ oder „Pulkautaler Knopf“ vermarktet und gilt als nachhaltige, eiweißreiche Spezialität. Damit sorgt die Einwanderin aus dem Süden nicht nur in Gärten, sondern auch auf Speisekarten für Aufmerksamkeit.