Mit Haus und Flecken

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 28.07.2026 - 10:17
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Die Gefleckte Weinbergschnecke trägt ein dunkelbraun gemustertes Gehäuse und ist etwas kleiner als ihre heimische Verwandte. © Manfred Ruckszio/Shutterstock.com

Die Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum) ist der heimischen Weinbergschnecke auf den ersten Blick ähnlich, bleibt jedoch etwas kleiner. Ihr dunkelbraun gemustertes Gehäuse, manchmal mit Längsbändern oder hellen Sprenkeln, macht sie unverwechselbar. Ursprünglich stammt die Art aus dem Mittelmeerraum. Durch den internationalen Pflanzenhandel gelangte sie in viele Regionen der Welt und ist auch in Österreich immer häufiger zu finden. Besonders im wintermilden Osten findet sie zunehmend geeignete Bedingungen.

Da starke Frostperioden seltener werden, kann sich die Schnecke immer häufiger erfolgreich vermehren und dauerhaft ansiedeln. Anders als die heimische Weinbergschnecke bildet sie im Winter keinen schützenden Kalkdeckel, sondern verschließt ihr Gehäuse lediglich mit einer dünnen Schleimhaut. Diese schützt zwar vor Austrocknung, nicht jedoch vor strengem Frost. Bleiben tiefe Minusgrade aus oder finden die Schnecken nicht ausreichend geschützte Rückzugsmöglichkeiten, sorgen die erfolgreich überwinterten Schnecken für reichlich Nachwuchs.

Zwischen Gartengast und Feinschmecker-Küche

Die Gefleckte Weinbergschnecke ist äußerst anpassungsfähig. Sie besiedelt Wälder ebenso wie Parks, Gärten und Siedlungen und ist hauptsächlich in der Dämmerung sowie nachts aktiv. Tagsüber zeigt sie sich meist nur nach Regen und versteckt sich sonst unter Pflanzen oder zwischen Steinen und Mauern. Sie ernährt sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Im Frühjahr oder bei sehr hohen Beständen frisst sie jedoch auch frische Pflanzen und wird deshalb mancherorts als Schädling wahrgenommen. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass in Gebieten mit vielen Gefleckten Weinbergschnecken die Zahl der unbeliebten Nacktschnecken geringer ausfällt. Weniger bekannt ist, dass die Art auch kulinarisch geschätzt wird. In Österreich wird sie unter anderem als „Wiener Schnecke“ oder „Pulkautaler Knopf“ vermarktet und gilt als nachhaltige, eiweißreiche Spezialität. Damit sorgt die Einwanderin aus dem Süden nicht nur in Gärten, sondern auch auf Speisekarten für Aufmerksamkeit.