Noch ist Zeit

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 29.10.2026 - 08:34
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Wer jetzt pflanzt, schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die Gehölze gut durch den nächsten Sommer kommen. Heiße Tage, kaum Niederschlag und trockene Böden prägten die vergangenen Monate und haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell Pflanzen an ihre Grenzen kommen können. Besonders junge Bäume und Sträucher leiden unter solchen Bedingungen. Ihr Wurzelsystem ist noch nicht ausreichend entwickelt, um auch in tieferen Bodenschichten zuverlässig Wasser aufzunehmen. Sie müssen erst im Boden Fuß fassen, bevor sie längere Trockenperioden gut überstehen können. Der Pflanzzeitpunkt spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wer im Herbst pflanzt, verschafft jungen Gehölzen einen wertvollen Vorsprung gegenüber jenen, die erst im Frühjahr in die Erde kommen.
Mit dem Ende der Vegetationsperiode verändern sich die Bedingungen: Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und die Verdunstung nimmt ab. Gleichzeitig fallen in der Regel mehr Niederschläge. Bäume und Sträucher werfen ihre Blätter ab und reduzieren damit ihren Wasserbedarf. Oberirdisch kehrt Ruhe ein – unter der Erde geht die Entwicklung jedoch weiter. Der Boden speichert die Wärme des Sommers noch eine Zeit lang. Solange die Temperatur im Wurzelbereich ausreichend hoch ist, können sich die Wurzeln weiterentwickeln. Auch feuchte Herbstluft und Nebel tragen dazu bei, dass weniger Wasser verloren geht. So können im Herbst gepflanzte Gehölze bereits ein erstes Wurzelnetz ausbilden, bevor sie im Frühjahr wieder austreiben. Dieser kleine, aber entscheidende Vorsprung macht sich bemerkbar, wenn die Temperaturen rasch steigen und die ersten trockenen Wochen bevorstehen.

Bei einer Frühjahrspflanzung ist die Ausgangslage oft schwieriger. Die jungen Pflanzen müssen gleichzeitig Blätter und neue Wurzeln bilden. Steigen die Temperaturen dann schnell an und bleibt der Regen aus, kann der Wasserbedarf rasch größer werden als das, was das noch wenig entwickelte Wurzelsystem liefern kann. Trockenstress ist die Folge. Doch nicht nur der Pflanzzeitpunkt beeinflusst, wie gut ein Baum mit Trockenheit zurechtkommt. Auch die Beschaffenheit des Bodens spielt eine wichtige Rolle. Wer jungen Gehölzen zusätzliche Unterstützung geben möchte, kann bereits bei der Pflanzung auf wasserspeichernde Materialien achten. Tonmineralien wie Bentonit sind beispielsweise in der Lage, Wasser aufzunehmen und über einen gewissen Zeitraum zu speichern. Auch Kompost verbessert die Bodenstruktur und unterstützt das Bodenleben.  Die darin enthaltenen Mikroorganismen, Pilze und kleinen Bodenlebewesen fördern die Bildung stabiler Bodenkrümel. Dabei verbinden sich Tonmineralien und Humusbestandteile zu einer feinkrümeligen Struktur. Ein solcher Boden kann Wasser und Nährstoffe besser aufnehmen und länger verfügbar halten.
Eine weitere Möglichkeit bieten Hydrogele auf Zellulosebasis. Sie können in der Pflanzgrube als zusätzliche Wasserspeicher eingesetzt werden. Diese Materialien nehmen Wasser auf und geben es bei Bedarf nach und nach wieder ab. Besonders interessant sind Produkte aus reiner Zellulose, da sie biologisch abbaubar sind und langfristig keine Kunststoffrückstände im Boden hinterlassen. Bei Hydrogelen aus synthetischen Kunststoffen ist hingegen Vorsicht geboten. Je nach Zusammensetzung und Abbauverhalten können Kunststoffpartikel im Boden zurückbleiben und langfristig zur Belastung werden.