Der kleine schwarze Käfer frisst Blätter buchtenförmig aus - der eigentliche Schaden entsteht jedoch unter der Erde © Tomasz Klejdysz/Shutterstock.com
Auf den ersten Blick fällt der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus) kaum auf. Der etwa einen Zentimeter große Käfer ist schwarz bis dunkelbraun und besitzt auf seinen Flügeldecken feine gelbliche Schuppen, die wie kleine Punkte wirken. Typisch ist außerdem sein kurzer, breiter Rüssel.
Da der Dickmaulrüssler nachtaktiv ist, bekommen ihn viele Hobbygärtner gar nicht zu Gesicht. Tagsüber versteckt er sich unter Blättern, Steinen, Brettern oder in Mauerritzen. Bei Gefahr lässt er sich einfach zu Boden fallen und stellt sich tot.
Dickmaulrüssler ist auch in Österreich weit verbreitet
Der Schädling kommt in ganz Österreich vor und ist sowohl in Hausgärten als auch in Parks und Baumschulen verbreitet. Besonders häufig tritt er in Beeten mit Ziergehölzen, Stauden und Kübelpflanzen auf.
Gefährdet sind unter anderem:
- Rhododendren und Azaleen
- Hortensien und Rosen
- Erdbeeren sowie andere Beerensträucher
- Kirschlorbeer, Buchs und Eiben
- Bergenien, Purpurglöckchen und weitere Stauden
- Kübelpflanzen wie Engelstrompeten
Der eigentliche Schaden entsteht unter der Erde
Die erwachsenen Käfer hinterlassen an den Blättern den typischen halbkreisförmigen Buchtenfraß. Dieser sieht zwar unschön aus, gefährdet gesunde Pflanzen aber meist nicht.
Problematisch sind dagegen die Larven. Die flugunfähigen Weibchen können mehrere Hundert Eier im Boden ablegen. Daraus schlüpfen cremeweiße, beinlose Larven, die sich von den Feinwurzeln ernähren. Bei starkem Befall welken Pflanzen, wachsen nur noch schwach oder sterben vollständig ab.
Biologische Bekämpfung funktioniert am besten
Chemische Pflanzenschutzmittel helfen gegen die erwachsenen Käfer nur eingeschränkt, da sie sich tagsüber gut verstecken. Deutlich erfolgreicher sind biologische Maßnahmen.
Bewährt hat sich der Einsatz von Nematoden der Gattung Heterorhabditis. Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und töten sie ab. Damit sie gut wirken, sollte der Boden ausreichend feucht und mindestens etwa 12 Grad Celsius warm sein. In Österreich eignet sich dafür je nach Region vor allem das Frühjahr sowie der Zeitraum von Mitte August bis Anfang Oktober.
Käfer absammeln und Nützlinge fördern
Wer den Befall zusätzlich eindämmen möchte, kann einfache Fallen einsetzen. Feuchte Holzbretter oder mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe dienen den nachtaktiven Käfern tagsüber als Versteck. Morgens lassen sie sich dort leicht einsammeln.
Auch natürliche Feinde helfen bei der Bekämpfung. Igel, Erdkröten, Spitzmäuse und verschiedene Vogelarten tragen dazu bei, die Population des Dickmaulrüsslers im Garten klein zu halten. Ein naturnah gestalteter Garten bietet diesen Nützlingen ideale Lebensbedingungen.
Neue Pflanzen vor dem Einsetzen kontrollieren
Der Dickmaulrüssler gelangt häufig mit neu gekauften Pflanzen in den Garten. Deshalb lohnt es sich, den Wurzelballen vor dem Einpflanzen genau zu kontrollieren. Besonders Kübelpflanzen sowie Rhododendren, Hortensien und Erdbeeren können bereits Larven im Substrat enthalten.
Wer im Sommer regelmäßig abends mit einer Taschenlampe nach den Käfern sucht und bei den ersten Anzeichen handelt, kann größere Schäden meist verhindern. So bleibt der Dickmaulrüssler zwar ein lästiger, aber gut kontrollierbarer Gartenschädling.