Blühende Vielfalt für Nachtfalter und Fledermäuse

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 13.05.2026 - 12:37
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Die Mondviole (Lunaria rediviva) verbindet schlichte Eleganz mit ökologischem Wert und bereichert Gärten als wichtige Falterpflanze. © Fotokon/Shutterstock.com

Ein Garten kann sich mit der richtigen Pflanzenauswahl in einen lebendigen Lebensraum für nachtaktive Insekten und Fledermäuse verwandeln. Besonders nachtblühende, duftende und nektarreiche Arten bieten dabei eine wertvolle Nahrungsquelle und machen den Garten in den Abendstunden zu einem aktiven Naturraum. Schon ab dem Frühjahr lassen sich Fledermäuse in der Dämmerung bei der Jagd beobachten, da sie nach dem Winterschlaf ihren Energiebedarf stark steigern müssen – insbesondere die Weibchen während der Aufzuchtzeit.

Eine große Vielfalt heimischer und standortgerechter Pflanzen ist dabei entscheidend, denn je naturnaher und strukturreicher ein Garten gestaltet ist, desto mehr Insekten finden dort Lebensraum. Diese wiederum bilden die Nahrungsgrundlage für Fledermäuse. Viele Nachtfalter werden von intensiv duftenden, meist hellen Blüten angelockt, die in der Dunkelheit besonders gut wahrgenommen werden. Tag- und Nachtfalter ernähren sich vom Nektar tief liegender Blütenröhren, die für andere Insekten oft schwer zugänglich sind. Farben wie Weiß, Gelb, Rosa und Violett spielen dabei eine besondere Rolle, da sie im Mondlicht und durch UV-Reflexion gut sichtbar sind.

Auch Wasserstellen wie Gartenteiche erhöhen die Attraktivität eines solchen Lebensraumes deutlich, da sie zahlreiche Insekten anziehen und somit Fledermäusen eine zuverlässige Nahrungsquelle bieten. Ein gut geplantes Beet für Nachtbestäuber lässt sich bereits mit überschaubarem Aufwand umsetzen, wenn Standort, Blühzeitpunkte, Wuchsformen und Struktur der Pflanzen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.

Wichtige Standortfaktoren reichen von sonnig über halbschattig bis hin zu trockenen oder frischen Böden. Für ein Fledermaus- und Nachtfalterbeet eignen sich sonnige bis halbschattige Bereiche besonders gut, da viele der nachtblühenden Arten Wärme und Licht bevorzugen. Neben der Blütenfarbe spielen auch Blühabfolge, Höhe, Ausläuferbildung sowie Blattstruktur eine entscheidende Rolle für ein harmonisches Gesamtbild.

Auswahl geeigneter Pflanzen

Helle Blütenfarben:
Weiße und helle Blüten bringen Ruhe in naturnahe Pflanzungen. Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) erreicht 50–150 cm, wächst sonnig bis halbschattig auf feuchten Standorten und blüht weiß von Juni bis August. Das Echte Seifenkraut (Saponaria officinalis) wird 50–80 cm hoch, bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze und zeigt rosa bis weiße Blüten von Juni bis September. Die Mondviole (Lunaria rediviva) wächst 80–100 cm hoch, liebt halbschattige bis schattige Standorte und blüht weiß bis violett von März bis Juni. Die Nachtviole (Hesperis matronalis) erreicht 60–70 cm, gedeiht sonnig bis halbschattig und blüht weiß bis violett von Mai bis Juli. Die Levkoje (Matthiola incana) wächst 20–80 cm hoch, bevorzugt sonnige Lagen und zeigt vielfältige Blütenfarben mit hellen Anteilen von Juni bis September. Das Abendduft-Leimkraut (Silene italica) wird 40–60 cm hoch, liebt sonnige Standorte und blüht weiß bis rosa von Juni bis September.

Rosa und pinke Töne sorgen für warme, lebendige Akzente. Der Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) wird 70–100 cm hoch, wächst sonnig bis feucht und zeigt violett bis pinke Blüten von Juni bis September. Die Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) bleibt mit 15–25 cm eher niedrig, liebt sonnige Standorte und blüht rosa bis rot von Juni bis September. Die Pracht-Nelke (Dianthus superbus) erreicht 30–45 cm, wächst sonnig und zeigt zarte rosa bis pinke Blüten von Juli bis August. Die Lichtnelke (Lychnis in Arten) wird 30–90 cm hoch, wächst sonnig bis halbschattig und blüht in Rot-, Rosa- und Pinktönen von April bis Oktober.

Starke Blütenkontraste mit Violett, Blau und Gelb:
Violett und Blau prägen viele klassische Wildstauden. Der Ehrenpreis (Veronica spicata) wächst 20–100 cm hoch, liebt sonnige Standorte und blüht in Blau, Violett oder Rosa von Juni bis September. Die Katzenminze (Nepeta) erreicht, je nach Art, 30–65 cm, bevorzugt Sonne und zeigt violett bis blaue Blüten von Mai bis September. Die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) wird 45–80 cm hoch, wächst sonnig und blüht violett bis pink von Mai bis September. Der Großblütige Ziest (Stachys grandiflora) erreicht 40–60 cm, liebt sonnige Lagen und blüht violett von Juni bis September. Der Bartfaden (Penstemon) wächst 40–80 cm hoch (je nach Art), bevorzugt Sonne und zeigt Blüten in Weiß, Rosa, Violett oder Rot von Mai bis August. Die Flammenblume (Phlox ) wird 50–120 cm (je nach Art) hoch, wächst sonnig und deckt ein breites Farbspektrum von Weiß bis Violett ab. Die Blüten erschienen von Juni bis September.
Gelbe und warme Töne setzen starke Kontraste. Der Goldlack (Erysimum cheiri) bleibt mit 30–60 cm kompakt, liebt sonnige Standorte und blüht gelb von Mai bis Juni. Die Nachtkerze (Oenothera) erreicht 40–180 cm (je nach Art), wächst sonnig und zeigt meist gelbe Blüten von Juni bis September. Es gibt auch Arten mit rosa oder weißen Blüten.