Chinakohl: Zarte Alternative zu heimischem Kohl

Ein Artikel von Christiane Bartal | 19.12.2017 - 17:21

Wie der Name schon verrät, stammt der Chinakohl (Brassica rapa ssp. chinensis) ursprünglich aus dem Reich der Mitte. Dort wurde er bereits im 5. Jh. kultiviert, fand aber erst im frühen 20. Jh. den Weg nach Europa. Man geht davon aus, dass es sich um eine Kreuzung aus dem chinesischen Senfkohl Pak-Choi und der Speiserübe handelt.

Milder Geschmack

Im Gegensatz zu Grünkohl, Weißkohl oder Rotkohl hat Chinakohl einen eher an Salat erinnernden, frischen Geschmack. Selbst roh kann er gegessen werden, beispielsweise mit einem Joghurtdressing, und ist auch für empfindliche Menschen gut bekömmlich. Chinakohl kann aber auch mit Äpfeln oder Paradeisern und Paprika leicht gedünstet oder in einem Wokgericht verarbeitet werden. Halten Sie die Garzeit möglichst kurz (max. 5 bis 7 Minuten), um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten: B-Vitamine, Vitamin C, Kalium, Folsäure, die leicht antibakteriell wirkenden Senfölglykoside und die nervenstärkende Pantothensäure.

Chinakohl im Garten anbauen

Der Chinakohl muss nicht unbedingt aus der Gemüseabteilung des Supermarktes kommen. Auch im Garten lässt er sich recht unkompliziert als Herbstkultur an einem windgeschützten, sonnigen bis halbschattigen Standort anbauen: Dazu die Samen Mitte bis Ende Juni in Töpfe oder direkt in das Beet etwa 3 cm tief aussäen (30 cm Abstand). Da die Pflanze zu den Starkzehrern gehört, der Erde eventuell etwas Kompost beimengen und regelmäßig gießen.

Nach 10 bis 20 Tagen keimt der Chinakohl. Regelmäßig mit Hornspänen, Kompost oder Brennesseljauche düngen, damit er in kurzer Zeit große Blätter ausbilden kann. Im Oktober und November ist dann Erntezeit. In milden Lagen verträgt der im Gegensatz zu anderen Kohlsorten kälteempfindlichere Chinakohl leichte Minusgrade (bis -4 °C), ein Schutz mit Vlies oder Reisig ist jedoch ratsam.

Wussten Sie, dass ...

... in Korea aus Chinakohl das berühmte scharf gewürzte „Kimchi-Gemüse“ hergestellt wird? Der Vorgang ist vergleichbar mit unserem aus Weißkraut hergestellten Sauerkraut, das ebenso durch Milchsäuregärung entsteht. Die Fermentation bewirkt eine lange Haltbarkeit.