Tagfalter-Vielfalt im eigenen Garten fördern

Ein Artikel von Johanna Lassl | 24.04.2026 - 14:21
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Disteln werden oft entfernt, da sie als Unkraut gelten - dabei sind sie beliebte Weiden bei Zitronenfaltern
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Die Gründe dafür liegen vor allem in der Veränderung unserer Landschaften. In der Landwirtschaft werden Wiesen heute häufiger gemäht und stärker gedüngt als früher. Dadurch verschwinden viele Wildblumen – und mit ihnen die Nahrungsgrundlage für Raupen und Falter. Auch das Verschwinden traditionell bewirtschafteter, artenreicher Wiesen spielt eine große Rolle. Zusätzlich breiten sich durch das Auflassen von Flächen Sträucher und Gebüsche aus, während wertvolle offene Lebensräume verloren gehen.

Schmetterlinge reagieren sehr sensibel auf solche Veränderungen. Viele Arten sind auf ganz bestimmte Pflanzen angewiesen. Fehlt diese Pflanze, verschwindet auch der Falter. Deshalb gelten Schmetterlinge als wichtige Indikatoren für die Gesundheit der Natur: Wo viele Arten leben, ist meist auch die Pflanzen- und Insektenvielfalt hoch.

Die gute Nachricht: Jeder Garten kann ein kleiner Beitrag zur Rettung dieser Vielfalt sein. Schon einfache Maßnahmen helfen. Lassen Sie beispielsweise einen Teil Ihres Rasens wachsen und mähen Sie nicht alles gleichzeitig. Wildblumen wie Klee, Margeriten oder Wiesensalbei bieten Nahrung für Raupen und Nektar für erwachsene Falter. Verzichten Sie möglichst auf Pestizide und setzen Sie auf natürliche Vielfalt statt auf perfekte „Kurzrasen-Optik“.

Auch heimische Sträucher wie Holunder oder Weißdorn bieten wichtigen Lebensraum. Selbst kleine Flächen – etwa ein Balkon mit blühenden Pflanzen – können bereits Wirkung zeigen.

Schmetterlinge brauchen keine perfekten Gärten, sondern vielfältige, lebendige Natur. Wer ihnen wieder mehr Raum gibt, unterstützt nicht nur ihre Rückkehr, sondern stärkt gleichzeitig das gesamte Ökosystem im eigenen Umfeld.