Neues Gartenprojekt: Spaltengarten anlegen

Ein Artikel von Christiane Bartal | 12.12.2018 - 14:05

Spaltengärten zeichnen sich dadurch aus, dass die Steine im Gegensatz zu gewöhnlichen Steingärten nicht gelegt oder geschichtet werden, sondern mit der schmäleren Seite nach oben dicht an dicht gesetzt werden. Dafür werden üblicherweise plattenförmige Steine verwendet.

Durch diese Anordnung der Steine entstehen zahlreiche Fugen, die spaltenbewohnenden Steingartenpflanzen ideale Bedingungen bieten – nach dem Vorbild ihrer natürlichen, exponierten Wuchsorte in Gebirgen, wo sie Risse und Spalten zwischen Felsen besiedeln.

Eine „Erfindung“ aus Tschechien

Entwickelt wurde diese spezielle Form des Steingartens vom tschechischen Steingarten-Experten Zdeněk Zvolánek, der über Jahrzehnte hinweg Steingartenpflanzen in den zerklüfteten Landschaften des Böhmischen Karstgebietes kultivierte. Seine Erfahrungen inspirierten ihn dazu, gemeinsam mit dem Botaniker und Alpenpflanzen-Experten Josef Halda den Spaltengarten (im Englischen „Crevice Garden“ genannt) zu entwickeln.

Vorteile eines Spaltengartens

Wie in der Natur auch, können die Steingartenpflanzen mit ihren Wurzeln weit in die schmalen, tiefen Fugen zwischen den Steinen vordringen. Dadurch sind sie vor extremen Temperaturen geschützt und finden auch bei heißen Trockenperioden noch ausreichend Feuchtigkeit. Zudem läuft das Niederschlagswasser an den Steinen herab direkt zum Wurzelraum.

Wie hoch ist der Aufwand für Anlage und Pflege?

Das Anlegen eines Spaltengartens erfordert etwas Übung bzw. Geschick, bis die vertikale Ausrichtung der Steine gelingt. Greifen Sie am besten auf Steine aus Ihrer Region zurück.

Der Aufbau ist ähnlich einem normalen Steingarten: lockerer Unterbau mit gutem Wasserabfluss (Drainage) und als Oberboden eine Mischung aus Sand, ein wenig nährstoffarmer Erde und Schotter. Der Aufbau sollte mindestens 20 cm betragen.

Beachten Sie beim anschließenden Setzen der Steine deren Ausrichtung zur Sonne – dadurch beeinflussen Sie, wie schattig oder besonnt der spätere Pflanzenstandort sein wird. Trauen Sie sich ruhig, die Steine enger zu platzieren – eine Spaltenbreite von etwa 3 cm reicht völlig aus. Lassen Sie zwischendurch evtl. größere Leerräume für Zwerggehölze und horstbildende Stauden. In die Fugen kommt noch eine Schicht Sand als Pflanzsubstrat. Nach dem Pflanzen können Sie die Zwischenräume noch mit Schotter oder Kies als Mulch bedecken.

Ist der Spaltengarten einmal angelegt und gut eingewachsen, erfordert er kaum noch Pflege. Das macht ihn zu einer dekorativen Antwort auf die immer heißer und trockener werdenden Sommer!

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Gestalten Sie die Fugen unterschiedlich breit – so wirkt der Spaltengarten natürlicher © Todd Boland/Shutterstock.com

Geeignete Spaltenbewohner

Bei der Auswahl der Pflanzen können Sie sich an dem Angebot der üblichen Steingartenpflanzen orientieren. In Spaltengärten gedeihen mitunter sogar Arten, die in herkömmlichen Steingärten beispielsweise mit extremer Trockenheit zu kämpfen haben.

Hier unsere Auswahl:

Teppich-Glockenblume (Campanula portenschlagiana): Blüte von Juni bis Juli
Bitterwurz (Lewisia): Blütezeit von April bis Juli
Feder-Nelke (Dianthus plumarius): Blütezeit von Mai bis Juni
Zwerg-Grasnelke (Armeria juniperifolia): Blütezeit von April bis Mai
Roter Indianerpinsel (Castilleja miniata): Blütezeit von April bis September
Katzenpfötchen (Antennaria dioica): Blütezeit von Mai bis Juni
Kugelblume (Globularia): Blütezeit von Mai bis Juli
Mannsschild (Androsace): Blütezeit von März bis Mai
Aurikel (Primula auricula): Blüte von April bis Mai
Enzian-Arten (Gentiana): Blütezeit abhängig von Art und Sorte
Edelweiß (Leontopodium alpinum): Blütezeit von Mai bis Juni
Steinbrech (Saxifraga): Blütezeit je nach Art zwischen April und Juli
Jupiterbart (Jovibarba): hauswurzähnliche Pflanze mit vielfältigen Rosetten