Eine trittfeste Grünfläche ist aus den meisten Gärten kaum wegzudenken – häufig zeigt sie sich als klassischer Rasen. Der traditionsreiche „Englische Rasen“ gilt vielen als Idealbild, doch im Zuge des Klimawandels steht er vor großen Herausforderungen und bringt einige Nachteile mit sich: Damit er dauerhaft dicht und intensiv grün bleibt, benötigt er viel Aufmerksamkeit, regelmäßige Pflege und ausreichend Wasser.
Deutlich unkomplizierter und zukunftsfähiger präsentiert sich dagegen der Kräuterrasen. Wildkräuter mit tief reichenden Wurzeln wie Gänseblümchen, Günsel, Löwenzahn oder Feldthymian überstehen längere Trockenphasen wesentlich besser als herkömmliche Rasengräser. Gleichzeitig sorgen sie für farbliche Akzente, mehr Natürlichkeit und eine größere Artenvielfalt. Darüber hinaus bieten sie zahlreichen Insekten wertvolle Nahrungsquellen – und bereichern mit entsprechendem Wissen sogar die heimische Küche. Ein Kräuterrasen besteht aus einer niedrigen, strapazierfähigen Kombination aus Gräsern und Kräutern. Diese naturnahe Mischung eignet sich sowohl für dekorative Gartenbereiche als auch für intensiv genutzte Flächen. Wer auf häufiges Düngen, Mulchen und Vertikutieren verzichtet und stattdessen seltener mäht sowie eine Schnitthöhe von etwa sechs bis acht Zentimetern einhält, schafft optimale Bedingungen für die Kräuter. Auf diese Weise entwickelt sich ein gewöhnlicher Rasen Schritt für Schritt zu einer widerstandsfähigen, ökologisch wertvollen und zugleich attraktiven Grünfläche.
Dank ihrer tiefen Wurzeln behalten viele Kräuter selbst bei anhaltender Trockenheit lange ihre grüne Frische. Nur bei außergewöhnlich hohen Temperaturen ist gelegentliches Wässern in den frühen Morgenstunden sinnvoll. Mit der Zeit etablieren sich robuste Arten ganz von selbst und verwandeln die Fläche in einen lebendigen Lebensraum, der Mensch und Natur gleichermaßen zugutekommt.