Neue Mehltauerkrankung an Akeleien?

Ein Artikel von Christiane Bartal | 01.09.2020 - 11:10
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Wird eine Akelei-Pflanze von Peronospora aquilegiicola befallen, verfärben sich die Blätter zunächst gelblich und werden später violett © Thomas Brand

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Blattunterseite mit Sporen von Peronospora aquilegiicola © Thomas Brand

Der Pflanzenschädling Peronospora aquilegiicola kommt ursprünglich aus Ostasien und war bislang in Europa nur in Großbritannien aufgetreten, wo er 2013 erstmals in England und Wales auftrat und mittlerweile auf der gesamten britischen Insel die Akeleien in öffentlichen Parks großflächig vernichtet hat. Nun haben Wissenschafter des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums erstmals diesen Erreger, der eine Form des Falschen Mehltaus an Pflanzen verursacht, in einem Garten in Niedersachsen nachgewiesen. Er scheint damit den Sprung nach Kontinentaleuropa geschafft haben.

Wie der Erreger nach Deutschland kam, ist derzeit noch unklar – im betroffenen Garten wurden in den vergangenen 20 Jahren keine Akeleien gepflanzt. Vermutet wird, dass er in der Nachbarschaft mit aus England oder Wales importierten Pflanzen eingeschleppt wurde.

Peronospora aquilegiicola verursacht ‚Falschen Mehltau’ an Akeleien und gehört zu den Oomyceten. Obwohl sie wie Pilze aussehen, sind diese Organismen näher mit Braun- und Kieselalgen verwandt. Viele Oomyceten-Arten haben sich auf eine einzelne Pflanzenart spezialisiert – in diesem Fall sind es Akeleien“, erklärt Prof. Dr. Marco Thines vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum. Nicht nur die Sortenzüchtungen in den Gärten, auch die wildwachsenden Akelei-Arten sind von diesem Schädling bedroht.

Wie erkenne ich einen Befall mit Peronospora aquilegiicola?

Ist eine Akelei mit Peronospora aquilegiicola infiziert, verfärben sich die Blätter zunächst gelblich und werden später violett. Die Blattränder rollen sich nach außen. An der Blattunterseite bildet sich ein beige- bis violettfarbener Belag aus Sporen des Oomyceten, die durch Wind oder Regenwasser-Spritzer verbreitet werden. Langfristig sterben befallene Akeleien ab.