In Österreich hat sich der Kirschlorbeer bereits invasiv ausgebreitet und ist heute nicht mehr nur in Gärten, sondern auch in Wäldern und an Wiesenrändern zu finden. © crystaldream/Shutterstock.com
Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) stammt ursprünglich aus Südosteuropa und Kleinasien und wurde bereits im 16. Jh. als Zierpflanze eingeführt. Botanisch gehört er zu den Rosengewächsen und ist mit der Kirsche verwandt, nicht jedoch mit dem Echten Lorbeer. Seine dunkelgrünen, immergrünen Blätter und duftenden Blütenstände machen ihn optisch attraktiv. Auch die schwarz-glänzenden Beeren bleiben lange an der Pflanze haften und verleihen ihm dekorativen Charakter.
Besonders beliebt ist der Kirschlorbeer wegen seiner Widerstandsfähigkeit und schnellen Wuchskraft. Er ist kaum anfällig für Krankheiten oder Schädlinge und wächst unter unterschiedlichsten Bedingungen gut. Genau diese Eigenschaften machen ihn jedoch auch zu einer invasiven Art: Er breitet sich stark aus, verdrängt heimische Pflanzen und stört das natürliche Gleichgewicht. Die Pflanze breitet sich über Früchte, die Tiere verbreiten, durch Absenker, Schösslinge oder abgeschnittene Pflanzenteile aus. Das dichte Blattwerk unterdrückt heimische Pflanzen, reduziert die Waldverjüngung und verhindert das Wachstum von Frühjahrsblühern wie Bärlauch oder Maiglöckchen. Auch für Tiere bietet der Kirschlorbeer kaum Nutzen: Die Blüten ziehen nur wenige Bestäuber an, die Beeren werden nur von wenigen Vogelarten gefressen, und Laub oder Äste sind kaum als Nahrungs- oder Nistquelle geeignet. Kompostiert werden kann das Blattmaterial nur eingeschränkt, da die enthaltene Blausäure für Kleintiere schädlich sein kann.
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, empfiehlt der Naturschutzbund, bestehende Kirschlorbeer-Hecken durch heimische Gehölze zu ersetzen und keine neuen Pflanzen anzuschaffen. In der Schweiz ist der Verkauf bereits untersagt, in Deutschland wird ein Verbot diskutiert. In Österreich ist die Pflanze nach wie vor frei erhältlich, teilweise sogar als bienenfreundlich beworben. Bei Neuanpflanzungen sollte auf Kirschlorbeer verzichtet werden. Bestehende Pflanzen im Garten sollten regelmäßig von verblühten Blütenständen befreit werden, um die Bildung von Früchten zu verhindern.
Quelle: Naturschutzbund