Mit unserer Käferburg schaffen wir einen wertvollen Rückzugsort für Käfer und viele weitere nützliche Insekten. So entsteht ein kleiner Lebensraum, der einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und zu einem gesunden Ökosystem leistet. © Archiv
Mit einfachen Totholzstrukturen lässt sich die Artenvielfalt gezielt fördern – und gleichzeitig das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig scheinbar „totes“ Holz für ein funktionierendes Ökosystem ist. Was für viele Gartenbesitzer nach Aufräumarbeit aussieht, ist für zahlreiche Tiere überlebenswichtig. Totholz bietet Käfern, Wildbienen, Hundert- und Tausendfüßern, Spinnen sowie zahlreichen Pilzen und Mikroorganismen Nahrung, Schutz und einen Platz zur Entwicklung. Auch Vögel und kleine Säugetiere profitieren indirekt von diesem Lebensraum, denn viele von ihnen finden dort ihre Nahrung. Besonders Käfer sind auf abgestorbenes Holz angewiesen. Viele Arten verbringen den größten Teil ihres Lebens als Larven im Inneren morscher Stämme oder Äste, wo sie das Holz langsam zersetzen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Stoffkreislauf und zur Bodenbildung.
Eine Käferburg schafft wertvollen Lebensraum
Auch im Hausgarten lässt sich dieser Lebensraum nachbilden. Eine sogenannter Käferburg besteht aus einer mit unterschiedlich großen Holzstücken gefüllten Vertiefung im Boden. Große Stammstücke, Äste und Holzscheite zersetzen sich über viele Jahre hinweg und schaffen ein dauerhaftes Quartier für zahlreiche Insekten und andere Bodenbewohner. Mit der Zeit sinkt das Material ab und kann einfach durch neu anfallendes Totholz aus dem Garten ergänzt werden. Ebenso wertvoll sind Totholzhaufen, Wurzelstöcke oder einzelne liegen gelassene Baumstämme. Wo ausreichend Platz vorhanden ist, können auch stehende Totholzstrukturen erhalten bleiben. Sie zählen zu den ökologisch wertvollsten Lebensräumen überhaupt und bieten oft über viele Jahrzehnte hinweg unterschiedlichsten Organismen eine Heimat.
Sonne macht den Unterschied
Nicht nur das Holz selbst entscheidet über den ökologischen Wert. Viele holzbewohnende Käfer bevorzugen warme, sonnige Standorte. Deshalb entwickeln sich Totholzstrukturen in besonnten Bereichen häufig zu besonders artenreichen Lebensräumen. Noch attraktiver werden sie, wenn sich in der Nähe heimische Blühpflanzen befinden. Während das Totholz als Kinderstube und Rückzugsort dient, liefern Blüten den erwachsenen Insekten Pollen und Nektar. Erst das Zusammenspiel verschiedener Lebensräume ermöglicht eine hohe Artenvielfalt.
Mehr Natur zulassen
In Wäldern wird Totholz vielerorts wieder gezielt gefördert. Im Garten dagegen landet es häufig noch im Häcksler. Dabei kann bereits ein kleiner Bereich mit abgestorbenem Holz einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Natürlich ersetzt eine Käferburg oder ein Totholzhaufen keinen alten, naturnahen Wald. Sie können jedoch helfen, den Mangel an natürlichen Lebensräumen auszugleichen und das Bewusstsein für deren Bedeutung zu stärken. Wer abgestorbenem Holz einen Platz im Garten lässt, schafft nicht nur ein Refugium für Käfer und viele andere Tiere, sondern unterstützt auch die natürliche Bodenentwicklung, den Nährstoffkreislauf und letztlich die biologische Vielfalt direkt vor der eigenen Haustür.