Rosa statt grün

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 07.08.2026 - 08:54
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Die ungewöhnliche rosa Färbung einer Grashüpfer-Nymphe ist äußerst selten und wurde nun auch in Kärnten dokumentiert. Das abgebildete Tier ist nicht das beschriebene Fundtier. (Symbolfoto) © Haseeb385/Shutterstock.com

Ein aktueller Fund aus Kärnten zeigt eindrucksvoll, welche Überraschungen die Natur bereithält: Im Villacher Stadtteil St. Georgen wurde eine Grashüpfer-Nymphe entdeckt, die nicht wie üblich grün oder braun, sondern in einem kräftigen Pink gefärbt ist. Solche Tiere sind in freier Natur äußerst selten und verdanken ihre auffällige Farbe einer genetischen Besonderheit, dem sogenannten Erythrismus.
Bei dieser seltenen Farbmutation werden v. a. rote Farbpigmente gebildet, während dunkle Pigmente weitgehend fehlen. Damit ein Heuschreck tatsächlich rosa erscheint, muss er die entsprechende Genvariante von beiden Eltern erben. Da sich zwei Gen-Träger in freier Wildbahn nur selten begegnen, sind pinkfarbene Heuschrecken seltene Ausnahmeerscheinungen.

Auffallend schön – aber mit Nachteilen

So faszinierend die intensive Färbung auch wirkt, für die Tiere selbst ist sie oft ein Nachteil. Anders als ihre grün oder braun gefärbten Artgenossen können sie sich kaum tarnen und werden von Fressfeinden deutlich leichter entdeckt. Viele rosa Heuschrecken erreichen deshalb das Erwachsenenalter nicht. Erythrismus ist nur eine von mehreren bekannten Farbmutationen im Tierreich. Während beim Albinismus die Bildung des dunklen Pigments Melanin ausbleibt und Tiere nahezu weiß erscheinen, sorgt Melanismus für eine besonders dunkle bis schwarze Färbung. Beim Xanthismus hingegen dominieren gelbe Pigmente, wodurch Tiere gelb oder goldgelb gefärbt sind.

Heuschrecken leben auf sonnigen Wiesen, Weiden, Trockenrasen und an Wegrändern und brauchen abwechslungsreiche Vegetationen mit dichten Grasbeständen als Rückzugsort sowie offenen Bodenstellen. Die meisten Arten ernähren sich von Gräsern und krautigen Pflanzen. Besonders bekannt sind Heuschrecken für ihr charakteristisches Zirpen. Die Laute entstehen durch das Aneinanderreiben von Körperteile und dienen der Partnersuche sowie der Abgrenzung des Reviers.