Der Schutz von Mooren durch die Verwendungen von torffreier Erde ist dringend notwendig und verlangsamt den Klimawandel
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Torffreie Erde ist längst mehr als ein Trend – sie ist eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlicher Blumenerde und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Moorlandschaften. Torf entsteht über Jahrhunderte hinweg aus abgestorbenen Pflanzenresten und bindet große Mengen CO₂. Die großflächige Entnahme von Torf führt nicht nur zur Zerstörung dieser Ökosysteme, sondern setzt zusätzlich gespeichertes Kohlendioxid frei. Für Hobbygärtner bedeutet der Umstieg auf torffreie Erde: umweltbewusst gärtnern, ohne auf Qualität und Pflanzenerfolg zu verzichten.
Die Grundlage torffreier Erden bilden häufig Kokosfaser, Kompost, Holzfasern oder Rindenhumus. Kokosfaser, ein Abfallprodukt der Kokosnussverarbeitung, verbessert die Wasserspeicherung und lockert den Boden auf. Kompost liefert essentielle Nährstoffe und unterstützt das Bodenleben, während Holzfasern die Struktur der Erde stabilisieren und die Belüftung fördern. Moderne Mischungen kombinieren diese Bestandteile häufig, sodass sie sowohl für Gemüse, Kräuter und Topfpflanzen als auch für Stauden, Sträucher oder Beetpflanzen optimal geeignet sind.
Für Hobbygärtner ist es wichtig zu wissen, dass torffreie Erde sich in der Nährstoffdynamik von torfhaltiger Erde unterscheidet. Kokosfaser oder Holzfasern enthalten zunächst nur wenige Nährstoffe, sodass eine Ergänzung durch langsam wirkenden Dünger oder organischen Kompost sinnvoll ist. Vor allem bei stark zehrenden Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Zucchini sorgt dies für gesundes Wachstum und kräftige Erträge. Auch die Feuchtigkeit muss im Auge behalten werden: Während Kokosfaser Wasser gut speichert, trocknet sie schneller aus, wenn die Erde nicht regelmäßig gegossen wird.
Ein weiterer Vorteil torffreier Erde ist ihre positive Wirkung auf das Bodenleben. Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Bodenbewohner finden in einer gut strukturierten, organischen Erde bessere Lebensbedingungen. Dies fördert die Nährstoffverfügbarkeit, stabilisiert den Boden und reduziert Probleme wie Verdichtungen oder Staunässe. Zudem neigen torffreie Erden nicht zu stark sauren pH-Werten, wie sie bei manchen Torfsubstraten auftreten können, was besonders kalkempfindliche Pflanzen schont.
Hobbygärtner profitieren also mehrfach: Sie schonen die Umwelt, erhalten gesunde, widerstandsfähige Pflanzen und verbessern langfristig die Bodenqualität. Ob beim Umtopfen von Kübelpflanzen, der Anlage eines Gemüsebeets oder der Pflege von Stauden – torffreie Erde bietet eine nachhaltige, leistungsfähige Basis für den gesamten Garten. Wer bewusst auf torffrei setzt, verbindet verantwortungsbewusstes Handeln mit praxisnaher Gartenerfahrung und sorgt dafür, dass der Garten auch in Zukunft gesund und ertragreich bleibt.