Igel unterstützen: So finden die Stachelnasen ein sicheres Winterquartier

Ein Artikel von Johanna Lassl | 01.10.2026 - 09:08
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Einfache Igelhäuser anzubieten kann den Tieren die Überwinterung sehr erleichtern © Serenity Images23/Shutterstock.com

Laub liegen lassen – der einfachste Winterschutz

Im Herbst wird im Garten häufig gründlich aufgeräumt. Für Igel ist das jedoch nicht unbedingt von Vorteil. Unter einer dicken Laubschicht finden sie Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit und können daraus mit weiterem Material ihr Schlafnest bauen. Deshalb sollte Laub nicht überall entfernt werden. Besonders unter Sträuchern, Hecken und Bäumen darf es ruhig liegen bleiben. Wer zusätzlich Äste und Reisig aufschichtet, schafft daraus ein noch attraktiveres Versteck.

Ideal ist eine Kombination aus trockenem Laub und locker aufgeschichtetem Reisig. Wichtig ist, dass das Material nicht zu dicht gepackt wird. So bleibt das Quartier trocken und es gibt ausreichend Luftzirkulation.

Ein Igelhaus muss nicht kompliziert sein

Wer im Garten keinen natürlichen Unterschlupf hat, kann ein Igelhaus aufstellen. Fertige Modelle sind im Handel erhältlich, ein Quartier lässt sich aber auch selbst bauen. Entscheidend ist weniger das Aussehen als der Standort und ein sicherer Aufbau.

Das Häuschen sollte an einem ruhigen, möglichst schattigen und vor Wind und Regen geschützten Platz stehen, beispielsweise unter einer Hecke oder einem größeren Strauch. Der Eingang sollte nicht zur Wetterseite zeigen. Als Baumaterial eignen sich unbehandeltes Holz oder andere robuste, ungiftige Materialien. Das Innere kann mit trockenem Laub oder etwas trockenem Gras ausgelegt werden. Noch besser ist es, das Haus außen zusätzlich mit Laub und Reisig zu bedecken. Dadurch fügt es sich in die Umgebung ein und ist besser gegen Kälte geschützt. Das Quartier sollte möglichst nicht umgesetzt werden, sobald ein Igel eingezogen ist. Von außen lässt sich in der Regel ohnehin nicht erkennen, ob das Haus bewohnt ist.

Ruhe ist jetzt besonders wichtig

Hat ein Igel sein Winterquartier bezogen, sollte er möglichst ungestört bleiben. Laub- und Reisighaufen sollten im Winter nicht mehr auseinandergezogen oder umgeschichtet werden. Auch Kompost- oder Reisighaufen können als Unterschlupf dienen. Wer solche Strukturen im Garten belässt, schafft damit wertvolle Rückzugsorte.

Nicht jeden Igel im Herbst füttern

Ein Igel, der im Herbst noch unterwegs ist, braucht nicht automatisch Hilfe. Gesunde Tiere bleiben häufig bis in den späten Herbst hinein aktiv und suchen nach Nahrung. Entscheidend ist der Zustand des Tieres. Wirkt ein Igel gesund, bewegt sich normal und findet selbstständig Nahrung, sollte er in Ruhe gelassen werden. Ein vorübergehendes Zufüttern ist nicht grundsätzlich erforderlich. Anders sieht es bei offensichtlich geschwächten, verletzten oder kranken Tieren aus. Auch sehr kleine Jungigel, die spät im Jahr noch deutlich untergewichtig wirken, können Hilfe benötigen. In solchen Fällen sollte man sich an eine fachkundige Igelstation, einen Wildtierverein oder einen Tierarzt wenden.

Wer Igel füttert, sollte außerdem auf geeignetes Futter achten. Milch gehört nicht in den Futternapf: Igel können Laktose nicht gut vertragen. Geeignet sind beispielsweise hochwertiges Katzen- oder Hundefutter mit hohem Fleischanteil oder speziell für Igel geeignetes Futter. Frisches Wasser sollte jederzeit angeboten werden.

Wasser bereitstellen

Nicht nur Nahrung, auch Wasser kann im Garten knapp werden. Eine flache Schale mit frischem Wasser ist deshalb eine einfache Unterstützung für Igel und andere Wildtiere. Die Schale sollte standsicher und so flach sein, dass kleine Tiere problemlos trinken können. Das Wasser regelmäßig wechseln und die Schale reinigen. Bei Frost muss gegebenenfalls kontrolliert werden, ob das Wasser gefroren ist.

Ein igelfreundlicher Garten braucht Ecken

Der beste Winterschutz ist häufig kein spezielles Igelhaus, sondern ein Garten mit unterschiedlichen Strukturen. Dichte Hecken, Sträucher, Bodendecker, Totholz, Laub und Reisighaufen schaffen Verstecke und bieten zugleich Lebensraum für Insekten und andere Tiere. Auch eine wilde Ecke, in der nicht regelmäßig gemäht, geschnitten und aufgeräumt wird, kann wertvoll sein. Solche Bereiche müssen nicht groß sein. Schon wenige Quadratmeter, die sich weitgehend selbst entwickeln dürfen, können einen Unterschied machen.

Wichtig sind außerdem sichere Wege durch den Garten. Zäune sollten möglichst keine undurchlässigen Barrieren darstellen. Kleine Durchlässe ermöglichen es Igeln, zwischen Gärten zu wechseln und größere Nahrungsflächen zu erreichen.