Blühende Pflanzen erwarten wir hierzulande vor allem im Frühling und Sommer. Es gibt aber einige gute Gründe, warum manche den Winter als Blütezeit bevorzugen. Mehr lesen ...
Anstatt ihn wegzuwerfen, können Sie versuchen, Ihren Weihnachtsstern zu übersommern. Zunächst steht aber ein Rückschnitt und eine Ruhephase an © Pixel-Shot/Shutterstock
Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) landet nach den Feiertagen oft im Müll – dabei ist er eine mehrjährige Pflanze, die mit der richtigen Pflege viele Jahre überlebt und jeden Winter neu erblühen kann. Der Weg zur zweiten Blüte braucht etwas Geduld und die richtige Pflege, ist aber gut machbar.
Rückschnitt und Ruhephase bis April
Nach der Weihnachtszeit beginnt die Ruhe- und Regenerationsphase des Weihnachtssterns – angelehnt an die Trockenzeit in seinem natürlichen Lebensraum, den Tropen Mittelamerikas. Schneiden Sie im Februar oder März die Triebe auf 1 bis 2 Augen zurück. Tragen Sie dabei Handschuhe, da der austretende Milchsaft giftig ist. Zwischen Ende Februar bis April wird sparsamer gegossen, die Pflanze darf aber nicht völlig austrocknen.
Sommer im Freien
Anfang Mai wird der Weihnachtsstern in frische, lockere Blumenerde umgetopft. Ein nur wenig größerer Topf reicht aus. Stellen Sie ihn nun hell, aber ohne direkte Mittagssonne, und beginnen Sie wieder regelmäßig zu gießen – am besten mit lauwarmem Regenwasser. Verabreichen Sie dem Weihnachtsstern während der Wachstumszeit alle 2 Wochen etwas flüssigen Blumendünger.
Ab Mitte Mai kann der Weihnachtsstern, sobald keine Nachtfröste mehr drohen, auch ins Freie auf Balkon oder Terrasse ziehen. Ein halbschattiger, windgeschützter Platz ist ideal. Achten Sie unbedingt darauf, dass beim Gießen keine Staunässe entsteht. Wenn Sie eine besonders kompakte Pflanze möchten, können Sie im Frühsommer die Triebspitzen noch einmal leicht einkürzen.
Natürlicher Tag-Nacht-Rhythmus für die Blüteninduktion
Sobald die Temperaturen draußen unter 15 °C sinken, sollte der wärmeliebende Weihnachtsstern wieder ins Haus geholt werden. Nun beginnt auch die wichtigste Phase für die erneute Blüte: Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagpflanze und bildet seine Blüten nur, wenn er über mehrere Wochen hinweg lange, ununterbrochene Dunkelphasen erhält.
Ab Ende September oder Anfang Oktober braucht der Weihnachtsstern täglich 12 bis 14 Stunden völlige Dunkelheit – und das für 6 bis 8 Wochen. In dieser Zeit darf ihn wirklich kein künstliches Licht erreichen, auch keine Zimmerlampe oder Straßenbeleuchtung am Fensterbrett. Praktisch ist es, die Pflanze jeden Abend mit einem Karton abzudecken oder sie in einen dunklen Raum oder Schrank zu stellen. Tagsüber steht sie hell und bei etwa 18 bis 22 °C, wird normal gegossen, aber nicht mehr gedüngt.
Neue Blüte ab November
Ab Mitte November zeigen sich dann die ersten Knospen und die Hochblätter beginnen sich zu färben. Jetzt kann die Dunkelbehandlung beendet werden. Stellen Sie den Weihnachtsstern nun an einen hellen, warmen Platz ohne Zugluft und direkte Sonne und stellen Sie ihn nicht mehr um, denn auf veränderte Standortbedingungen reagiert die Pflanze empfindlich. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht. Gratulation, Sie haben Ihren Weihnachtsstern erfolgreich übersommert!
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