Bei vielen Stauden lässt sich durch das Entfernen verblühter Stängel die Blütezeit verlängern. Da die Pflanzen keine Energie in die Samenbildung investieren, entwickeln sie häufig neue Blüten. © JulieK2/Shutterstock.com
Im Gegensatz zu Gehölzen treiben Stauden jedes Jahr aus unterirdischen Knospen neu aus. Dadurch vertragen die meisten Arten auch während der Vegetationsperiode einen Rückschnitt. Je nach Pflanzenart kann ein Sommerschnitt sogar eine zweite Blüte im Spätsommer fördern.
Warum sich ein Rückschnitt nach der Blüte lohnt
Ein wichtiger Grund für den Sommerschnitt ist die Vermeidung unerwünschter Selbstaussaat. Manche Stauden bilden große Mengen an Samen, die im Garten rasch keimen und sich ausbreiten. Dadurch können sie andere Pflanzen verdrängen oder ihre eigenen Zuchtsorten zurückdrängen. Besonders bekannt ist dieses Phänomen bei der Akelei (Aquilegia): Während Zuchtsorten oft mehrfarbige Blüten tragen, entwickeln die Nachkommen häufig wieder die typische violett-blaue Färbung der Wildform. Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, empfiehlt es sich, die verblühten Blütenstände rechtzeitig zu entfernen. Dies gilt unter anderem für Prachtspiere (Astilbe), Goldrute (Solidago), Blutweiderich (Lythrum), Frauenmantel (Alchemilla), Rote Schafgarbe (Achillea), Flammenblume (Phlox), Jakobsleiter (Polemonium), Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata), Braunen Storchschnabel (Geranium phaeum) und Dreimasterblume (Tradescantia).
Bei vielen Stauden lässt sich durch das Entfernen verblühter Stängel zudem die Blütezeit verlängern. Da die Pflanzen keine Energie in die Samenbildung investieren, entwickeln sie häufig neue Blüten. Besonders gut funktioniert dies bei Arten wie der Goldgarbe (Achillea filipendulina), der Färberkamille (Cota tinctoria), dem Gelben Sonnenhut (Rudbeckia), der Sonnenbraut (Helenium), dem Sonnenauge (Heliopsis) oder der Skabiose (Scabiosa caucasica). Einige Staudenarten danken einen kräftigeren Rückschnitt sogar mit einer zweiten Blüte. Dafür wird die Pflanze nach dem Verblühen etwa eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten. Mit ausreichend Wasser und Nährstoffen bilden sich innerhalb weniger Wochen neue Triebe und Blüten. Zu diesen remontierenden Stauden zählen beispielsweise Rittersporn (Delphinium), Bunte Margerite (Chrysanthemum), Kugeldistel (Echinops), Feinstrahlaster (Erigeron), Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica), Katzenminze (Nepeta), Salbei (Salvia), Trollblume (Trollius), Sterndolde (Astrantia) sowie verschiedene Storchschnabel-Arten (Geranium).
Auch die Lebensdauer mancher Stauden lässt sich durch einen gezielten Rückschnitt verlängern. Kurzlebige Arten wie der Blaue Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia) profitieren davon, wenn die Blüten im Pflanzjahr komplett entfernt werden. Dadurch kann die Pflanze ihre Kraft in die Entwicklung eines starken Wurzelsystems investieren. Ähnliche Effekte zeigen sich beim Purpursonnenhut (Echinacea), der Stockrose (Alcea), der Nachtviole (Lunaria annua), dem Hornveilchen (Viola cornuta), der Kokardenblume (Gaillardia-Hybriden) und der Prachtkerze (Gaura). Mit wenig Aufwand trägt der Sommerschnitt somit dazu bei, Stauden gesund und vital zu erhalten und den Garten über viele Wochen hinweg in voller Blüte zu erleben.