Zu schade zum Wegwerfen

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 22.09.2026 - 09:33
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Zurückgeschnittene Pelargonien lassen sich problemlos und platzsparend am Fensterbrett überwintern und treiben im Frühjahr wieder neu aus. © Tarasenko Andrey/Shutterstock.com

Noch blühen viele Pelargonien unermüdlich auf Balkon und Terrasse. Doch mit den ersten kühlen Nächten nähert sich der Zeitpunkt, an dem die beliebten Sommerblüher ins Winterquartier umziehen sollten. Wer seine Pflanzen nicht nach jeder Saison entsorgen möchte, kann sie problemlos überwintern. Mit dem richtigen Standort und etwas Vorbereitung treiben sie im nächsten Frühjahr wieder aus.
Dass Pelargonien im Sommer so robust sind, kommt nicht von ungefähr. Viele Arten stammen aus dem südlichen Afrika und sind an viel Sonne, Wärme und trockene Bedingungen angepasst. Ihre fleischigen Blätter und Triebe können Wasser speichern, weshalb sie auch heiße Phasen gut überstehen. Mit frostigen Temperaturen kommen sie hingegen schlecht zu recht. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können ihnen schaden. Deshalb sollte man rechtzeitig vor stärkeren Frösten für einen geeigneten Platz im Haus sorgen.

Wann müssen Pelargonien ins Winterquartier?

Solange die Temperaturen im Herbst noch mild sind, können Pelargonien weiterhin draußen stehen. Sobald jedoch die ersten Nachtfröste angekündigt werden, wird es Zeit für den Umzug. Ein kurzfristiger leichter Temperatursturz wird von vielen Pflanzen zwar noch toleriert, auf stärkere oder länger anhaltende Fröste sollte man es jedoch nicht ankommen lassen. Als Winterquartier eignet sich v. a. ein kühler, frostfreier Raum. Keller, Garage, ungeheizte Treppenhäuser oder Dachböden können geeignet sein, sofern die Temperaturen dort nicht unter den Gefrierpunkt fallen. Ideal sind ungefähr 5 bis 10 °C. Je weniger Licht die Pflanzen bekommen, desto kühler sollte der Raum sein. Ist es zu warm, beginnen die Pelargonien mitten im Winter auszutreiben. Bei gleichzeitigem Lichtmangel entstehen dann häufig lange, schwache Triebe. Vor dem Einräumen sollten die Pflanzen gründlich kontrolliert werden. Verblühte Blütenstände, Knospen sowie abgestorbene oder kranke Blätter werden entfernt. Auch auf Schädlinge sollte man achten, damit keine unerwünschten Gäste mit ins Winterquartier einziehen.

Während der Winterruhe

Ein Rückschnitt erleichtert die Überwinterung und spart Platz. Lange Triebe können deutlich eingekürzt werden. Pelargonien sind ausgesprochen schnittverträglich und treiben im Frühjahr auch aus älteren Triebabschnitten wieder aus.  Wer genügend Platz hat, kann die Pflanzen mitsamt ihrem Topf oder Balkonkasten überwintern. Eine platzsparendere Variante ist es, die Pelargonien aus dem Gefäß zu nehmen. Dazu wird die Pflanze vorsichtig aus der Erde gelöst und lockeres Substrat von den Wurzeln entfernt. Dabei sollte möglichst viel feines Wurzelwerk erhalten bleiben. Anschließend werden die Triebe kräftig zurückgeschnitten. Einige verdickte Knoten an den Trieben sollten stehen bleiben, denn aus ihnen entwickelt sich im Frühjahr der neue Austrieb. Ein Großteil der Blätter kann ebenfalls entfernt werden. Das verringert während der lichtarmen Wintermonate das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall. Die vorbereiteten Pflanzen lassen sich einzeln in Papier einschlagen und in einer Kiste oder einem ähnlichen Behälter lagern.
Die Pflanzen sollten regelmäßig kontrolliert werden, damit Fäulnis oder starke Austrocknung rechtzeitig erkannt werden. Während der Winterruhe benötigen Pelargonien nur sehr wenig Pflege. Da die Pflanzen in ihren fleischigen Trieben und Blättern Wasser speichern, kommen sie mit deutlich weniger Feuchtigkeit aus als während der Wachstumsperiode. Gegossen wird deshalb nur sparsam und bei Bedarf. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden. Wer die Pelargonien aus dem Gefäß nimmt und in einer Kiste lagert, muss die Wurzeln von Zeit zu Zeit vorsichtig mit Wasser besprüht werden, damit die Pflanzen während der Winterruhe nicht zu viel Feuchtigkeit verlieren. Auf Dünger muss während der Winterruhe vollständig verzichtet werden. Stattdessen sollte man die Pflanzen gelegentlich auf Schädlinge, Fäulnis oder vertrocknete Pflanzenteile überprüfen.
Gegen Ende des Winters beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Wenn die Tage wieder länger werden, können die überwinterten Pelargonien in frisches Substrat gesetzt und an einen helleren, etwas wärmeren Platz gestellt werden. Mit zunehmendem Austrieb werden auch die Wassergaben langsam wieder erhöht.