Mythen unserer Hausbäume

Ein Artikel von Kristina Kugler | 27.11.2019 - 12:24

Bei den alten Römern und Griechen, bei den Germanen und Ägyptern, bei diversen Indianerstämmen in Nord- und Südamerika – Bäume waren und sind heilig, ein Symbol des Lebens, Heimat von Geistern und Göttern, ein sichtbares Zeichen der Schöpfung.
Die Menschen wissen seit Urzeiten um die Kraft der Bäume, es ist in ihren Sagen und Mythen überliefert. Insbesondere vielen Hausbäumen wie Apfel, Holunder, Hasel oder Wacholder wohnt ein ganz besonderer Zauber inne.

Baumgöttin Holda bietet Schutz

Eine alte Weisheit besagt, dass du vor dem Holunder (Sambucus nigra) den Hut ziehen sollst, denn die germanische Mutter- und Baumgöttin Holda, auch Frau Holle genannt, wohnt im Geäst des Busches und beschützt Mensch und Vieh, Pflanzen, Haus und Hof gegen dunkle Mächte, Feuer und Blitzschlag. Sie hat auch die Macht, über Geburt und Tod zu entscheiden, deswegen durfte ein Holler auch nicht umgeschnitten werden. Es war zu befürchten, dass die Tat großes Unglück heraufbeschwören würde.

Aphrodisiakum Hasel?

Zumindest den Germanen galt die Hasel (Corylus) als Symbol für Erotik, Fruchtbarkeit und Zeugungskraft. Gab es im Herbst viele Haselnüsse, so sollten im kommenden Jahr zahlreiche Kinder das Licht der Welt erblicken. Dem alten Volksglauben nach entfaltet die Hasel aber auch eine Schutzwirkung vor Blitzschlag. Ein Zweig an den Hut gesteckt, bewahrt angeblich vor den Gefahren eines Gewitters. Für die Römer war die Hasel einst allerdings ein Symbol des Friedens, und die Kelten sahen in dem Strauch ein Sinnbild für Unsterblichkeit, Erneuerung und Jugendlichkeit.

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