Hilfe gegen Algen im Schwimmteich

Ein Artikel von Christiane Bartal | 12.06.2020 - 08:38
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© Christiane Bartal

In einem Naturteich sind ein paar Fadenalgen und eine vorübergehende Wassertrübung grundsätzlich noch nicht besorgniserregend. Fadenalgen beispielsweise produzieren für Unterwasserpflanzen Sauerstoff, entziehen dem Wasser überschüssige Nährstoffe und speichern diese. Gänzlich ausrotten sollten Sie Algen daher im Ökosystem Teich nicht. Ganz im Gegenteil: Algen sind wertvolle Bioindikatoren für den Nährstoffhaushalt, die Teichprobleme erst sichtbar machen.

Erst wenn die Algen absterben und braun werden, sollten sie raus aus dem Teich, damit die Nährstoffe nicht an das Wasser zurückgegeben werden. Handlungsbedarf besteht außerdem, wenn die gesamte Wasserfläche oder große Bereiche mit Algen bedeckt sind – dann gibt es ein grobes grundlegendes Problem.

Mögliche Ursachen für starken Algenbewuchs:

  • Falsch konzipierte oder betriebene Filter bzw. Sekundärteiche
  • Teich wurde zu flach konzipiert
  • Zu starke Pumpen, die das Zooplankton abtöten
  • Schlecht ausgebildete Kapillarsperre
  • Beim Bau wurde Phosphor-haltiges Gestein verwendet
  • Zu viel Biomasse bzw. abgestorbene Pflanzenteile im Teich
  • Fehlende Laubschutznetze im Herbst
  • Eindringendes Oberflächenwasser
  • Eingeleitetes Dachwasser
  • Eintrag von Dünger aus der Umgebung (z. B. Rasendünger, nährstoffreiche Gartenerde)
  • Zu hoher Fischbesatz (Phosphateintrag durch Fischkot und überschüssiges Futter)
  • Für die Bepflanzung wurde Humus oder Aushuberde verwendet
  • Fehlende Nährstoffkonkurrenz in Form von Unterwasserpflanzen

Im Handel erhältliche Algenmittel packen oft nicht das Übel an der Wurzel: Sie töten die Algen zwar ab, beseitigen aber nicht die Ursache für ihr Auftreten, etwa einen zu hohen Nährstoffgehalt. Besser ist es daher, das Gleichgewicht im Teich auf natürliche Weise wieder herzustellen.

Das können Sie gegen Algen tun:

  • Fischen Sie Fadenalgen und Algenwatten regelmäßig und so gründlich wie möglich aus dem Wasser – am besten mit einem Algenkescher.
  • Schwebealgen lassen sich nur durch Nährstoffentzug und Beschattung des Teiches beseitigen. Algen werden nämlich auch durch eine zu starke Erwärmung des Wassers gefördert.
  • Verhindern Sie einen Nährstoffeintrag von außen:
    • Oberflächenwasser sollte nicht in den Teich gelangen.
    • Im Umkreis des Teiches nicht düngen.
    • Vor dem Schwimmvergnügen immer duschen.
  • Wenn Pflanzen wie Froschbiss, Krebsschere und die Kleine Wasserlinse Überhand nehmen, fischen Sie einen Großteil davon heraus. Das entzieht dem Wasser ebenfalls Nährstoffe.
  • Eine natürliche Beschattung erreichen Sie am einfachsten durch Unterwasser- und Schwimmblattpflanzen.
  • Hat sich im Schwimmbereich bereits viel Schlamm angesammelt, saugen Sie diesen mit einem Schlammabsauger ab. Einen solchen können Sie sich bei Firmen, die sich auf den Bau von Schwimmteichen spezialisiert haben, ausleihen.