Welcher Baum sind Sie?

Ein Artikel von Redaktion/JL | 26.01.2026 - 08:55
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Wirkt auf den ersten Blick kompliziert, ist es aber nicht: Suchen Sie einfach Ihren Geburtstag, der einem Baum zugeordnet ist

Als „Keltisches Baumhoroskop“ haben 21 Bäume Berühmtheit erlangt. Die keltische Kultur lässt sich 2.700 Jahre zurückverfolgen und hat sich stark mit der Natur und den Geheimnissen der Bäume beschäftigt. Das Baumhoroskop soll von den Druiden entwickelt worden sein, weil sie die Bäume Irlands und Britanniens verehrten. Demnach ordneten sie jeder Gattung verschiedene Eigenschaften und Kräfte zu, die sich auch im Menschen widerspiegeln. Legenden zufolge waren die ersten Menschen Bäume, die von göttlicher Kraft zum Leben erweckt wurden.

Der keltische Baumkalender

Somit ist der keltische Baumkalender vor etwa 2.000 Jahren entstanden – aber stimmt das wirklich? Für die Berechnung eines Jahres verwendeten die Kelten den Mondkalender mit 13 Monaten. Jeder Monat hatte 28 Tage, wobei ein zusätzlicher Schalttag eingeschoben wurde. Der keltische Baumkalender beruht auf diesem Mondkalender und ist auf den ersten Blick nicht so leicht zu verstehen. Dieser umfasst 21 Bäume, bei dem jeder Baum nach keltischer Auffassung einen dreifachen Aufbau hat: Wurzel, Stamm und Krone. Zusätzlich besteht er aus sieben Teilen: Wurzel, Stamm, Rinde, Geäst, Blättern, Blüten und Früchten. Multipliziert man die Zahlen 3 und 7, entsteht ein Zyklus von 21 Bäumen. Davon werden vier Bäume nur jeweils einem Tag zugeordnet. Die Eiche herrscht über dem 21. März, der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühling, die Birke über dem 24. Juni, am Tag der Sommersonnenwende, der Olivenbaum über dem 23. September, der Tag-und-Nacht-Gleiche im Herbst, und die Buche prägt den 22. Dezember, den Tag der Wintersonnenwende. Die 17 anderen Bäume kommen einmal je Jahreshälfte vor, ausgenommen die Pappel, die dreimal im Jahr vorkommt. Jedem Baum sind spezifische Eigenschaften zugeordnet, die sich auf jene Menschen übertragen lassen, die in dieser Phase geboren sind. Ähnlich wie ein Sternzeichen bestimmt der Baum nicht nur den Charakter des betroffenen Menschen, sondern auch seinen gesamten weiteren Lebensweg.

Französische Erfindung

Kaum ein Horoskop ist so umstritten wie das keltische Baumhoroskop, das sich steigender Beliebtheit erfreut. Es gilt als naturverbunden, geheimnisvoll und mystisch. Kein Wunder, stammt es doch von den Kelten – könnte man zumindest meinen. Fest steht jedoch, dass es von den Kelten kaum schriftliche und damit historisch belegbare Aufzeichnungen gibt – schon gar nicht über das Baumhoroskop. Ein historisches Baumhoroskop lässt sich als mantische Praxis (Wahrsagung) bei den Kelten weder durch antike noch durch mittelalter liche Quellen über keltische Religion und Bräuche belegen. Es ist vielmehr eine Erfindung der kreativen französischen Journalistin Paule Delsol, die 1971 im Auftrag der Frauenzeitschrift „Marie Claire“ eine Reihe von Horoskop-Systemen erfand – darunter auch das Baumhoroskop. Das erklärt auch das plötzliche Auftauchen in den 1970er Jahren. Der Schwindel kam auf, als das keltische Horoskop 1984 von Annemarie Mütsch-Engel in Buchform publiziert wurde und ein Urheberrechtsstreit folgte. Als die Quellen vor einem deutschen Gericht offen gelegt werden mussten, offenbarte sich der wahre Ursprung – auch wenn viele Anhänger des Baumhoroskops das bis heute gerne verdrängen ...