Eine gründliche Reinigung der Vogeltränke reduziert das Risiko von Krankheitsübertragungen. © JulieK2/Shutterstock.com
Vogeltränken und Futterstellen sind besonders in den Sommermonaten beliebte Anlaufpunkte für Vögel. Sie helfen den Tieren bei Hitze und Trockenheit und ermöglichen spannende Naturbeobachtungen im eigenen Garten. Wo jedoch viele Vögel auf engem Raum zusammentreffen, können sich auch Krankheitserreger rasch ausbreiten. Regelmäßige Reinigung und Aufmerksamkeit sind daher besonders wichtig.
Die sogenannte „Finkenkrankheit“
Zu den bekanntesten und gefährlichsten Vogelkrankheiten zählt die Trichomoniasis. Ausgelöst wird sie durch mikroskopisch kleine Einzeller, die den Kropf der Vögel befallen und dort schwere Entzündungen verursachen. Die Tiere können dann weder Nahrung noch Wasser aufnehmen und sterben meist innerhalb kurzer Zeit. Erkrankte Vögel wirken häufig apathisch, sitzen aufgeplustert da und zeigen kaum Fluchtverhalten. Oft versuchen sie vergeblich zu fressen oder zu trinken. Teilweise ist auch ein klebriger Belag rund um den Schnabel erkennbar.
Besonders problematisch sind verschmutzte Futterstellen und Vogeltränken. Gelangen Kot, Futterreste und Speichel zusammen, entstehen ideale Bedingungen für die Verbreitung der Krankheit. Betroffen sind v. a. Finken, insbesondere Grünlinge. Da es keine Behandlung für infizierte Vögel gibt, steht die Vorbeugung im Vordergrund. Werden verdächtige oder tote Vögel entdeckt, sollte die Fütterung vorübergehend eingestellt und die gesamte Futterstelle gründlich mit heißem Wasser gereinigt werden. Auch Vogeltränken sollten entfernt und desinfiziert werden. Für Menschen und Haustiere besteht keine Ansteckungsgefahr, dennoch sind sorgfältige Hygienemaßnahmen wie Hände waschen nach dem Reinigen der Futterstellen Voraussetzung.
Ein Blick auf weitere Vogelkrankheiten
Neben der Trichomoniasis treten auch andere Erkrankungen regelmäßig in Vogelpopulationen auf. Das Usutu-Virus wird durch Stechmücken übertragen und befällt hauptsächlich Amseln. Die Krankheit stammt ursprünglich aus Afrika und kann zu schweren neurologischen Störungen führen. Erkrankte Tiere wirken orientierungslos, zeigen auffällige Flugbewegungen und sterben häufig innerhalb kurzer Zeit. Während viele Amselbestände inzwischen eine gewisse Widerstandsfähigkeit entwickelt haben, werden weiterhin vereinzelt Todesfälle registriert.
Papillomaviren verursachen gutartige Hautwucherungen, die artspezifisch auftreten und daher nicht zwischen verschiedenen Vogelarten übertragen werden. Bei Finken zeigen sich die Veränderungen häufig an den Füßen, die dadurch verdickt und zottig erscheinen können.
Auch Vogelpocken kommen bei heimischen Vögeln vor. Typisch sind warzenartige Wucherungen an Kopf, Augenlidern oder Schnabel. Die Erkrankung kann das Fressen erheblich erschweren und in schweren Fällen zum Tod führen. Besonders häufig sind Kohlmeisen sowie andere Meisenarten betroffen. Einzelne Tiere können die Krankheit jedoch auch überstehen, wenn sie ausreichend Nahrung und Wasser finden.
Eine weitere Erkrankung ist die sogenannte Vogelmalaria. Sie wird durch einzellige Blutparasiten verursacht, die über Stechmücken und andere blutsaugende Insekten übertragen werden. Betroffen sind zahlreiche Singvogelarten und Spechte.
In vielen Fällen verläuft die Infektion ohne schwerwiegende Folgen. Bei starkem Parasitenbefall können jedoch Organe geschädigt und Blutgefäße beeinträchtigt werden. Besonders geschwächte oder bereits erkrankte Vögel sind anfällig für schwere Krankheitsverläufe.
Saubere Tränken schützen Tiere
Wer Vögeln im Garten helfen möchte, sollte Vogeltränken regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und Futterstellen sauber halten. Futterreste und Kot sollten konsequent entfernt werden. So lässt sich das Risiko einer Krankheitsübertragung deutlich reduzieren und die heimische Vogelwelt wirksam unterstützen.
Quelle: birdlife