Blaues Wunder: Gärten, in denen ein Farbton dominiert

Ein Artikel von BGL/GPP | 02.07.2014 - 11:53

Bedenken, ein "blaublütiger" Garten könne zu eintönig wirken, sind unbegründet. Geschickt geplant und gestaltet, kann man sein "blaues Wunder" vom Frühjahr bis zum Spätherbst erleben und in jedem Monat andere Blütenschönheiten bestaunen.

Zwiebelblumen wie Krokusse, Traubenhyazinthen, Schneeglanz oder Blaustern eröffnen nach dem Winter die blaue Gartensaison. Zwerg-, Wiesen- und Bartiris übernehmen dann nahtlos das blaue Zepter. Die hellblauen Blüten des Kleinen Immergrüns zeigen sich von März bis Juni. Der nur rund 15 cm hohe Halbstrauch ist ein idealer Bodendecker für schattige oder halbschattige Standorte.

Ein schönes Blau haben ab Mai auch verschiedene Rhododendren- und Azaleensorten zu bieten: Rhododendron augustinii 'Aquamarin' beispielsweise kann eine Wuchshöhe von etwa 1 m erreichen und schmückt sich mit himmelblauen Blüten. Die Gehölze aus der Familie der Heidekrautgewächse lieben saure Böden. An einem solchen Standort können auch einige Hortensiensorten ab Juni in klaren Blautönen blühen. Ist der Oberboden allerdings zu alkalisch, entwickeln sich ihre Schaublüten mit der Zeit in Richtung Pink. Bei einem pH-Wert des Bodens über 4,5 sollte daher bei der Pflanzung spezielle Hortensienerde eingesetzt werden. Außerdem sorgt spezieller Düngung dafür, dass die Pflanzen die gewünschte Farbe behalten.

Die Akelei ist eine der ersten höheren Stauden, die im Gartenjahr ihre Pracht zeigt. Von den mehrjährigen, krautigen Pflanzen gibt es mehrere Sorten in verschiedenen Blautönen. Die Alpen-Akelei beispielswiese, die eine Wuchshöhe von bis zu 70 cm erreichen kann, trägt leuchtend hellblaue bis blaulila Blüten, die bis zu 9 cm breit werden.
Frühsommerphloxe haben mit ihrer Blütenfülle ab etwa Anfang Mai ihren glamourösen Auftritt im Gartenreich. Die bekanntesten Vertreter sind der Wald- und der Wanderphlox. Beide eignen sich hervorragend als Randbepflanzung einer Staudenrabatte oder zur Unterpflanzung höherer Stauden. Am verbreitetesten sind die Sorten des aus Amerika stammenden Blauen Waldphloxes, der dort wegen seines Duftes den Namen 'Sweet William' trägt.
Etwa 300 Arten und Sorten umfasst die Gattung Geranium, zu Deutsch Storchschnabel. Die Sorte 'Johnson's Blue' zeigt einen der reinsten Blautöne und wird etwa 50 cm hoch.

Blau wirkt frisch und kühl

Besonders an heißen Sommertagen, wenn das Thermometer in die Höhe geht und die Luft in der Mittagshitze flimmert, bringt die Farbe Blau - zumindest optisch - Frische und Kühle in den Garten. Jetzt gibt es eine große Auswahl an entsprechend blühenden Stauden. Der lavendelblaue bis dunkelviolette Sommersalbei ist eine davon. Neben 30 cm hohen Sorten, die flach und kompakt wachsen, gibt es auch hohe, aufrecht wachsende, die bis zu 90 cm hoch werden können. Sommersalbei sieht mit seinen vielen kleinen Blüten nicht nur in Rabatten oder in großflächigen Anpflanzungen gut aus, er eignet sich auch hervorragend als Einfassung von Beeten.

Ein idealer Partner für ihn ist der farbenfrohe Rittersporn. Diese Staude zählt zur Familie der Hahnenfußgewächse und blüht während der Sommermonate in den verschiedensten Tönen von Himmelblau bis Dunkelviolett. Tipp: Schneidet man Rittersporn unmittelbar nach der Blüte zurück, verschönert er den Garten mit einer Nachblüte im Herbst. Da die Pflanzen leicht vom Wind umknicken, pflanzt man sie idealerweise vor Zäune und Mauern oder sorgt mit Stützstäben für den richtigen Halt.

Mit zartem oder kräftigem Blau bis Blauviolett bezaubert auch die Glockenblume. Die verschiedenen Arten blühen von Mai bis September. Der ideale Platz für sie liegt an luftumspielten Stellen im Halbschatten.
Sonnig und trocken mag es dagegen der Lavendel, der in keinem blauen Garten fehlen darf. Je nach Sorte kann der Halbstrauch eine Höhe zwischen 30 und 70 cm erreichen. Im Handel werden heute nicht mehr nur Pflanzen mit den klassischen blauvioletten Blütenähren angeboten. Es gibt die duftenden Schönheiten nun auch in hellen und dunklen Blautönen.

Zu einem buschigen Strauch mit indigoblauen bis dunkelblauen Rispenblüten wächst auch die Säckelblume heran. Sie eignet sich hervorragend für Heide- und Steingärten und benötigt wie der Lavendel einen warmen Platz mit einem durchlässigen, sandig-kiesigen Boden. Der aus China stammende Sommerflieder ist einer der prächtigsten Blütensträucher im sommerlichen Garten. Seine rund 20 cm langen Blütenrispen erscheinen unermüdlich von Juli bis Oktober und locken Insekten an. Bei der Sorte Buddleja davidii ‘Nanho Blue‘ sind sie, wie der Name vermuten lässt, blauviolett.

Auch Pergolen und Zäune lassen sich in das blaue Gartenkonzept wunderbar einbeziehen, wenn sie mit den entsprechenden Blütenwolken der Clematis oder des Blauregens berankt werden. Im Herbst werden die blauen Töne im Garten dann immer weniger. Der schönste Farbton dieser Jahreszeit findet sich wohl noch bei einigen Sorten der Astern, wie der hellblauen Aster novi-belgii 'Marie Maillard' oder der dunklen 'Dauerblau'.

Keine Tabus: Auch die Kombination mit anderen Farben ist erlaubt

Besonders kleine Gärten können durch den Einsatz von vielen Blautönen profitieren, denn sie wirken beruhigend und verleihen der Fläche optisch Tiefe. Jeder Hobbygärtner weiß jedoch, dass nicht alle Pflanzen, die "Blau" in ihrem Namen führen, auch tatsächlich klar blau blühen. Viele Töne spielen eher ins mauve oder blauviolett. Das macht aber gar nichts, denn auch in einem „Blauen Garten" gilt: Die richtige Mischung macht's! Landschaftsgärtner setzen deshalb bei der Pflanzenauswahl nicht nur auf verschiedene Wuchshöhen, Blütenformen und -größen, sondern ganz bewusst auch auf unterschiedliche Blautöne. So erzeugen sie auch in einem monochorm gestalteten Areal Spannung und Abwechslung.

Überhaupt sollte man bei der Farbauswahl in einem Themengarten nicht allzu dogmatisch sein. Denn viele Blautöne kommen erst richtig zur Geltung, wenn sie mit der richtigen Komplementärfarbe oder mit etwas Weiß kombiniert werden. Ein paar gelbe Lilien beispielsweise müssen daher in einem "Blauen Garten" kein Tabu sein.