Haferwurzel: Uraltes Wurzelgemüse

Ein Artikel von Christiane Bartal | 11.09.2019 - 11:08
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Die Haferwurzel wurde im 19. Jh. durch die Schwarzwurzel verdrängt. Wer auf alte Gemüsearten setzt, sollte sie in seinen Garten holen © Simon Speed/wikipedia.org

Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) und Haferwurzel (Tragopogon porrifolius), auch Weißwurzel oder Purpur-Bocksbart genannt, sind eng miteinander verwandt. Sie sind einander auch optisch sehr ähnlich und werden auch ähnlich zubereitet. Einzige offensichtliche Unterschiede: Die Wurzelrinde der Haferwurzel ist im Gegensatz zu jener der Schwarzwurzel weiß. Außerdem blüht die Haferwurzel lila, die Schwarzwurzel gelb. Beide Arten gehören zu den Korbblütlern und bilden als Samenstände große Pusteblumen.

Ursprünglich stammt die Haferwurzel aus dem Mittelmeerraum, war aber bereits im 13. Jh. bei uns in Kultur. Im 19. Jh. wurde sie schließlich von der ertragreicheren Schwarzwurzel verdrängt. Einzig in England ist sie als „Austern-Pflanze“ bekannt und als Delikatesse geschätzt. Die Bezeichnung rührt vom austernähnlichen Geschmack der Wurzel – indbesondere, wenn sie Frost abbekommen hat.

Tipps zu Anbau & Ernte

Im Gegensatz zur Schwarzwurzel gedeiht die Haferwurzel auch auf schwereren Böden. Idealer für die Ausbildung der Wurzeln ist jedoch ein tiefgründiger gelockerter Boden. Die Aussaat der zweijährigen Haferwurzel erfolgt im März/April in Reihen (2 cm tief). Die jungen Pflänzchen werden dann auf etwa 10 cm vereinzelt. Der Pflegeaufwand ist gering: Gießen und jäten genügt. Ab Ende Oktober können dann die etwa 2 cm dicken und 30 cm langen Wurzeln geerntet werden.

Da die Haferwurzel winterhart ist, kann laufend bis in den Winter hinein geerntet werden, sofern der Boden nicht gefroren ist. Werden nicht alle Wurzeln geerntet, dann bildet die Pflanze im zweiten Jahr die hübschen lilafarbenen Blüten. Dann ist es mit der Ernte auch schon vorbei, denn nach der Blüte verholzt die Pfahlwurzel und wird ungenießbar.

Tipp: Beim Schälen färbt sich der austretende Milchsaft an der Luft braun und hinterlässt Flecken. Diese Reaktion lässt sich vermeiden, wenn Sie die frisch geschälten Wurzeln sofort in Zitronen- oder Essigwasser legen.

Geschmacklich unterscheiden sich Hafer- und Schwarzwurzeln etwas, aber die Zubereitung ist vergleichbar: z. B. als Püree, Suppe oder als Gemüsebeilage.

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Die Blüten entwickeln sich zu großen Pusteblumen © F.Neidl/Shutterstock.com