Kleine Pflanzen, große Wirkung

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 11.02.2026 - 08:00
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Der Anbau von Microgreens gelingt auch auf kleinstem Raum. © New Africa/Shutterstock.com

Microgreens sind winzige Gemüse- und Kräuterpflänzchen, die schon wenige Tage nach dem Keimen geerntet werden. Der Name klingt modern, doch dahinter steckt etwas sehr Ursprüngliches: Keimlinge in ihrer kraftvollsten Phase. „Micro“ beschreibt lediglich ihre geringe Größe, „Greens“ die enorme Vielfalt an Pflanzenarten, von Salaten über Kräuter bis hin zu Wildpflanzen. Geerntet werden sie, sobald sich nach den Keimblättern die ersten echten Blätter zeigen – frisch, zart und voller Aroma.  In dieser frühen Wachstumsphase steckt die geballte Energie der Pflanze. Microgreens enthalten deutlich mehr Vitalstoffe als ausgewachsenes Gemüse. Sie liefern Vitamin C für Immunsystem und Bindegewebe, B-Vitamine für die Nerven und Vitamin A für Haut und Augen. Auch Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Zink sowie Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe und Aminosäuren sind reichlich enthalten. Besonders beliebt sind Erbsenkeimlinge, die schon nach wenigen Wochen erntereif sind und ein breites Spektrum an Vitaminen und Aminosäuren liefern. Fenchel-Microgreens überzeugen mit ihrem süß-würzigen, leicht lakritzartigen Geschmack, während Amaranth durch seinen hohen Mineralstoff- und Ballaststoffgehalt punktet. Kein Wunder also, dass Microgreens oft als echtes Superfood gelten.

Frisch vom Fensterbrett auf den Teller

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Klein, supergesund und ein echter Hingucker: Rote-Bete-Microgreens liefern Vitamine, Mineralstoffe und das wertvolle Betanin – gut für Verdauung und Leber und ein kräftiger Farbknaller auf jedem Teller. © Lithiumphoto/Shutterstock.com

Ein großer Vorteil von Microgreens ist ihre unkomplizierte Anzucht. Sie benötigen kaum Platz, wenig Pflege und keinen Garten. Eine flache Schale auf der Fensterbank reicht völlig aus, um das ganze Jahr über frische, nährstoffreiche Keimlinge zu ernten. Gesät wird sehr dicht, am besten mit Bio-Saatgut. Nach dem Aussäen werden die Samen leicht angedrückt, mit einer Sprühflasche befeuchtet und je nach Samenart abgedeckt. Ein heller, warmer Standort ohne direkte Sonne bietet ideale Bedingungen für schnelles Wachstum.

Wichtig ist eine gleichmäßige, aber nicht zu starke Feuchtigkeit, da Staunässe Schimmel begünstigen kann. Nach wenigen Tagen wachsen die Keimlinge sichtbar, die Abdeckung wird entfernt und nach etwa zehn bis vierzehn Tagen sind die Microgreens erntereif. Sie werden knapp über der Erde abgeschnitten und am besten sofort verzehrt. Erhitzen oder Tiefkühlen schadet ihren wertvollen Inhaltsstoffen, daher schmecken sie frisch besonders gut in Salaten, auf Brot, im Aufstrichen oder als feine Garnitur. So bringen Microgreens selbst im Winter frische Energie, intensive Aromen und lebendiges Grün direkt aus der eigenen Küche auf den Teller.