Schnelles Blätterdach im Garten: Diese Bäume wachsen rasch

Ein Artikel von Christiane Bartal | 14.08.2023 - 10:15

Ungeduld ist eine Eigenschaft, die sich mit dem Gärtnern nur schwer vereinbaren lässt. Wenn es jedoch um schnelles Grün geht, vielleicht sogar um einen zeitnahen Sichtschutz oder – wie im Falle von Bäumen – um einen baldigen Schattenspender, dann ist Trick 17 gefragt. Diese Bäume wachsen rascher als die meisten anderen:

Laubbäume – für alle, die den jahreszeitlichen Wechsel lieben

In Sachen Schattenspender ist die Ahornblättrige Platane (Platanus hispanica) mit ihrer bis zu 20 m breiten Krone ganz vorne dabei. Ihr Zuwachs beträgt rund 50 cm im Jahr, zudem ist sie robust und gut schnittverträglich. Ihre Endhöhe hat sie bei ca. 30 m erreicht. Ein stattlicher Hausbaum also, der an den Standort keine großen Ansprüche stellt.

Die heimische Alternative zur Platane ist der Spitzahorn (Acer platanoides). Insbesondere in seiner Jugend wächst er schnell, nämlich bis zu 60 cm pro Jahr. Zudem ist er wunderbar anspruchslos und mit seiner breiten Krone ein guter Schattenspender. Im Frühjahr freuen sich hungrige Insekten über seine unscheinbaren, aber nektarreichen Blüten.

Der Schatten der Eberesche (Sorbus aucuparia) ist durch ihre gefiederten Blätter deutlich lichter. Vor allem aber ist die Eberesche heimisch und zudem mit ihrem roten Fruchtschmuck im Spätsommer attraktiv und ein wichtiges Vogelnährgehölz (daher auch der Name „Vogelbeere“). Schon im Mai und Juni sind die weißen Blütenrispen eine willkommene Nahrungsquelle für Insekten. Ein besonders wertvoller Hausbaum, der von Jahr zu Jahr bis zu 70 cm Höhe zulegt.

Als klassisches Gehölz, das Ruderalfluren als eines der ersten Gewächse besiedelt (Pionierart), muss die anspruchslose Hänge- bzw. Sandbirke (Betula pendula) entsprechend raschwüchsig sein. Mit ihrer lockeren Krone und den überhängenden Zweigen gibt sie auch im Garten ein malerisches Bild ab, ganz zu schweigen von der dekorativen weißen Borke. Sie erreicht allerdings nur ein Alter von 90 bis 120 Jahren. Deutlich langlebiger ist die aus Asien stammende Lindenblättrige Birke (Betula maximowicziana) mit einer Lebenserwartung von knapp 300 Jahren. Ihre Blätter sind deutlich größer und ihr Wuchs aufrechter.

Häufig mehr Strauch als Baum, aber umso raschwüchsiger ist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra). Innerhalb eines Jahres kann er 60 bis 80 cm in die Höhe wachsen. Wer also eine heimische Pflanze mit ökologischem Wert für den Garten sucht, und nicht lange warten möchte, ist mit dem Holler gut beraten.

Wer schon einmal Weidenkätzchen geschnitten hat, weiß, wie wuchsfreudig die Salweide (Salix caprea) ist. Bis zu 1 m legt sie pro Jahr zu, letztlich erreicht sie eine Höhe von bis zu 8 m. Hinsichtlich Standort und Boden ist dieser heimische Kleinbaum anpassungsfähig. Wegen der Blüte im zeitigen Frühjahr, die als eine der ersten wichtigen Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten dient, sollte die Salweide ohnehin einen fixen Platz im Naturgarten haben. Im Übrigen wachsen auch andere Weiden-Arten schnell.

Ein wertvolles heimisches Wildgehölz ist auch die Traubenkirsche (Prunus padus). Im April und Mai entfaltet sie ihre weißen und intensiv duftenden Blütenrispen, die von Bienen und anderen Insekten stark frequentiert werden. Die bis zum Herbst heranreifenden schwarzen Früchte sind ein Festmahl für vielerlei Gartenvögel. Und wie schnell wächst sie? Bis zu 70 cm im Jahr mit einer Endhöhe von 10 m.

Wenn Sie einen Wow-Effekt im Mai erleben wollen, ist die Japanische Nelkenkirsche (Prunus serrulata) ein guter Tipp. Je nach Sorte blüht sie hell- bis kräftig rosa – ein klassischer Solitär-Zierbaum. Mit max. 7 m Höhe bleibt sie angenehm kompakt, dafür erreicht sie dieses Ausmaß mit einem Zuwachs von bis zu 70 cm pro Jahr recht rasch.

Ein klassisches Solitärgehölz ist auch der in Nordamerika beheimatete Trompetenbaum (Catalpa bignonioides). In der Jugend bildet er Jahrestriebe mit bis zu 50 cm Länge. Durch seinen gedrungenen, aber breiten Wuchs bildet er ein malerisches grünes Blätterdach. Er wird praktisch so hoch wie breit: jeweils ca. 15 m. Ab Ende Mai prahlt er zu Recht mit seinen auffälligen weißen Glockenblüten.

Der wohl „schnellste“ Baum

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In den ersten Jahren wächst der Blauglockenbaum bis zu 4 m pro Jahr © Dan Mihalcea/Shutterstock

Kaum ein in unseren Gärten gedeihender Baum übertrifft den Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa), wenn es um rasches Wachstum geht. Im ersten Jahr kann er bis zu 4 m in die Höhe schießen, später wächst er 50 bis 70 cm pro Jahr. Aber keine Angst, bei 15 m (Höhe und Breite) ist Schluss. Dafür ist das Holz des Blauglockenbaums auch besonders leicht. Eine Kombination, die in der Holzindustrie gefragt ist, denn so lässt sich rasch Holz für Möbel, Instrumente, Surfboards oder für Dachausbauten produzieren – Einsatzgebiete, bei denen geringes Gewicht von Vorteil ist.

Der aus China stammende Kiribaum, wie der Blauglockenbaum auch genannt wird, hat noch weitere interessante Eigenschaften: Er ist anspruchslos und übersteht auch Hitze bzw. Dürreperioden, was ihn als idealen Stadtbaum auszeichnet. Im April und Mai zieht er mit seinen großen violettblauen Blütenständen alle Blicke auf sich.

Es gibt aber auch ein paar Mankos: In der Jugend verträgt der Blauglockenbaum keinen Frost. Zudem gilt er als invasive Art und hat aufgrund seiner Wüchsigkeit – wie der ebenfalls raschwüchsige Götterbaum – das Potenzial, heimische Pflanzen zu verdrängen. Und: Schon nach 60 bis 70 Jahren hat sich der Turbo-Baum verausgabt und stirbt ab, damit ist er für einen Baum recht kurzlebig.

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Noch vor dem Laubaustrieb beginnt die Blütezeit. Dann wird deutlich, woher der Blauglockenbaum seinen Namen hat
© RukiMedia/Shutterstock

Nadelbäume – einmal grün, immer grün!

Unter den Nadelgehölzen zählt die Leyland-Zypresse (Cupressus x leylandii) zu den Rekordhaltern. Diese säulenförmige Kreuzung aus der Monterey-Zypresse (Cupressus macrocarpa) und der Nootka-Scheinzypresse (Xanthocyparis nootkatensis) wächst bis zu 1 m pro Jahr und erreicht Höhen von bis zu 30 m. Sie eignet sich damit als raschwüchsige Heckenpflanze, die noch dazu sehr dicht wächst.

Die in den Bergen Marokkos und Algeriens beheimatete Blaue Atlaszeder (Cedrus atlantica) begeistert nicht nur durch ihren raschen Wuchs von bis zu 50 cm im Jahr. Vor allem zeigt sie einen malerischen Wuchs mit unverwechselbarer Silhouette und wird deshalb häufig in Parkanlagen gepflanzt. Die Atlaszeder erreicht Höhen von bis zu 30 m, von ihr gibt es jedoch mehrere Sorten, u. a. die hängende Form ‘Glauca Pendula’, die fast einem Geisterwesen ähnelt.

Ein Gast aus dem Nordwesten der USA ist der Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum). Mit einer Höhe von bis zu 80 m und einer Wuchsgeschwindigkeit von bis zu 80 cm pro Jahr ist dieser Gigant einer der mächtigsten Bäume der Erde. Wir wollen ihn in der Liste der raschwüchsigsten Bäume nicht unerwähnt lassen – aufgrund seiner Maße muss die Entscheidung, ihn im Garten zu pflanzen, jedoch gut überlegt sein. In großen Gärten und Parkanlagen ist er in jedem Fall ein respekteinflößendes Solitärgehölz.

Auch unter dem Namen „Chinesisches Rotholz“ ist der Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) bekannt. Wie der Riesenmammutbaum ist auch er nichts für kleine Gärten, kann er doch bei einem Jahreszuwachs von bis zu 60 cm in unseren Breiten Ausmaße von 40 m Höhe erreichen. Im Gegensatz zum immergrünen Riesen aus den USA wirft der Urwelt-Mammutbaum seine Nadeln im Herbst ab und treibt im Frühjahr neu aus.

Die Japanische Sicheltanne (Cryptomeria japonica) ist in ihrer Jugend kaum zu bremsen: Knapp 1 m legt sie anfangs pro Jahr zu. Insgesamt kann sie bis zu 20 m hoch werden. Sie bevorzugt allerdings einen ausreichend frisch-feuchten und schwach sauren Boden, was sie zu einem idealen Pflanzpartner für Moorbeetpflanzen wie den Rhododendron macht. Besonders dekorativ ist die Sorte ‘Cristata’, die sogenannte Hahnenkamm-Sicheltanne.

Unter den heimischen Koniferen ist die Rotföhre (Pinus sylvestris) mit einem Jahreszuwachs von bis zu 40 cm eine der wuchsfreudigsten. Sie wird bis zu 30 m hoch und gedeiht auch auf trockenen und sauren Böden in sonniger Lage noch anstandslos. Ein großes Plus ist außerdem ihr malerischer Wuchs.