Langsam verblühen die Sommerblumen in den Blumenkästen und Schalen. Höchste Zeit, mit Herbstpflanzen für frische Farbe zu sorgen. Das sind unsere Ideen dazu. Mehr lesen ...
Stiefmütterchen sorgen mit einer erstaunlichen Farbpalette, unterschiedlichen Blütengrößen und vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten für lebendige Farbakzente. Eine Herbstpflanzung lohnt sich dabei gleich doppelt: Denn nach einer winterlichen Ruhephase legen die kleinen Blühwunder im Frühjahr erneut los. Kaum eine andere klassische Saisonpflanze bietet eine derartige Bandbreite an Blütenfarben und Zeichnungen. Von cremeweiß über Sonnengelb und Apricot bis zu tiefem Blau und Violett reicht das Spektrum. Besonders charakteristisch sind die dunklen Zeichnungen vieler Sorten, die den Blüten ein beinahe gesichtsähnliches Aussehen verleihen. Daneben stehen zahlreiche einfarbige Varianten sowie Sorten mit reizvollen Farbverläufen zur Auswahl. Wer bei der Herbstbepflanzung nicht ausschließlich auf Blüten setzt, kann Stiefmütterchen hervorragend mit immergrünen oder durch Blatt- und Beerenschmuck auffallenden Begleitpflanzen kombinieren. Dadurch entstehen Pflanzbilder, die auch dann noch Struktur und Farbe zeigen, wenn die Blütenbildung witterungsbedingt nachlässt.
Der geläufige Name der Pflanze hat übrigens eine ebenso bildhafte wie ungewöhnliche Erklärung: Einer volkstümlichen Deutung zufolge symbolisiert das große untere Blütenblatt die Stiefmutter. Die beiden seitlichen Blütenblätter stehen für ihre leiblichen Töchter, während die beiden oberen, oft anders gefärbten Blätter den Stieftöchtern zugeordnet werden.
Ein Name, drei unterschiedliche Erscheinungsbilder
Das Garten-Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana) fällt mit seinen deutlich größeren Blüten auf und bietet eine besonders große Vielfalt an Farben und Zeichnungen. © aniana/Shutterstock.com
Hinter dem Begriff Stiefmütterchen verbirgt sich meist das Garten-Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana). Es handelt sich um eine aus verschiedenen Wildarten hervorgegangene Kreuzung, deren Sortenvielfalt durch langjährige Züchtungsarbeit kontinuierlich erweitert wurde. Die großblumigen Vertreter, zu denen auch die bekannten „Schweizer Riesen“ zählen, setzen auffällige Akzente. Wer es dezenter mag, findet in den kleinblütigen Miniatur-Stiefmütterchen passende Alternativen. Diese gehen auf Kreuzungen von Garten-Stiefmütterchen und Hornveilchen zurück. Auch gefüllte Blüten und unterschiedliche Wuchsformen erweitern das Sortiment. Das Hornveilchen (Viola cornuta) wirkt mit seinen kleineren Blüten deutlich filigraner, steht den großblumigen Verwandten in puncto Robustheit jedoch kaum nach. Gerade in gemischten Pflanzungen lässt sich mit ihm eine natürliche, weniger formelle Wirkung erzielen.
Eine weitere interessante Vertreterin ist das Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor). Die heimische Wildart fällt durch ihre meist violett, weiß und gelb gefärbten Blüten auf und ist unter anderem auf Wiesen und Weiden zu finden. In naturnah gestalteten Gartenbereichen bietet sie eine schöne Alternative zu den stark züchterisch bearbeiteten Gartenformen.
Herbstpflanzung mit Perspektive
Das Hornveilchen (Viola cornuta) bleibt mit seinen kleineren, zierlichen Blüten deutlich filigraner als das großblumige Garten-Stiefmütterchen. © M. Schuppich/Shutterstock.com
Der Oktober ist ein günstiger Zeitpunkt, um die vorgezogenen Pflanzen in ihre endgültigen Gefäße oder ins Beet zu setzen. Bis zum Wintereinbruch können sie sich am neuen Standort etablieren und Wurzeln bilden. Das verschafft ihnen eine gute Ausgangslage für den nächsten Vegetationsschub. Wie lange sich die Blüten während der kalten Monate halten, lässt sich allerdings nicht pauschal vorhersagen. Bei Frost stellen Stiefmütterchen ihre Blütenaktivität vorübergehend ein. Sobald die Temperaturen im zeitigen Frühjahr wieder steigen, erscheinen neue Knospen und die Pflanzen nehmen ihre Blüte auf. Für die Pflanzung empfiehlt sich ein Abstand von etwa 15 bis 20 cm. Entscheidend ist v. a. ein durchlässiges Substrat, denn anhaltende Nässe bekommt den Pflanzen nicht. Nach dem Einsetzen sollte der Wurzelbereich gründlich angegossen werden. Auch im Herbst darf die Wasserversorgung nicht vernachlässigt werden, solange die Pflanzen noch einwurzeln. Das regelmäßige Entfernen verblühter Blüten gehört ebenfalls zur Pflege. Es hält die Pflanzung attraktiv und kann die Bildung weiterer Blüten begünstigen.