Der wohl kleinste gefiederte Vertreter ist die Kohlmeise Parus major. Während im Winter meist Samen und Früchte auf dem Speiseplan stehen, überwiegen im Sommer die Insekten - vor allem bei der Versorgung der Jungvögel. Gärtner können sich dann über den Appetit auf Raupen - unter anderem von Apfelwickler und Frostspanner - sowie auf Blatt- und Schildläuse, Schadschmetterlinge und Wanzen freuen. Rund 35 bis 75 kg Insekten vertilgt ein Kohlmeisenpaar pro Jahr, wenn es ein- bis zweimal im Jahr Junge aufzieht.
Bunte Klopfer: die Spechte
Appetit auf Insekten, insbesondere Raupen und Larven, hat auch der Buntspecht Dendrocopos major. Sie stehen nicht nur im Sommer auf seinem Speiseplan. Im Winter pickt er gerne verschiedene Insektenarten, die sich zur Überwinterung in den Ritzen von Rinden verborgen haben, zum Beispiel die Larven oder Puppen des Apfelwicklers. Aber auch andere schädliche Schmetterlingsarten und holzbewohnende Käfer mag der Buntspecht. Er ist etwas kleiner als eine Amsel und fällt auf durch seinen schwarzen Rücken mit großen weißen Schulterflecken und den roten Unterschwanzdecken.
Nicht nur im Kirchturm: Falken
Zu den Vögeln, die neben Insekten auch Kleinnager fressen, gehören der Turmfalke Falco tinnunculus sowie die Waldohreule Asio otus. Die Waldohreule ist etwa so groß wie eine Krähe, hat einen relativ schlanken Körperbau, lange Federohren und eine Flügelspannweite von etwa 95 cm. Sie frisst bevorzugt kleine Wühlmäuse, zum Beispiel Feldmäuse, von denen sie bis zu 1.000 pro Jahr fängt. Das macht sie zu einem sehr effektiven Nützling. Schädliche Nagetiere, insbesondere Mäuse, gehören auch zum Nahrungsspektrum des Turmfalken, der aufgrund seines charakteristischen Rüttelflugs auch als "Rüttelfalke" bezeichnet wird. Wie der Name vermuten lässt, brütet er gerne auf hohen Gebäuden, vor allem Kirchtürmen. Meist übernimmt er einen Horst von anderen Vogelarten, genauso wie die Waldohreule. Wer die beiden Vogelarten fördern möchte, sollte daher verlassene Nester nicht entfernen. Mit künstlichen Nisthilfen kann man das Ansiedeln der nützlichen Vögel fördern.
Quelle: Heike Stommel, www.aid.de