Maulwurf oder Wühlmaus?

Ein Artikel von Christiane Bartal | 26.11.2018 - 14:04

Zu wissen, ob der frisch aufgeschüttete Erdhügel im Rasen von einem Maulwurf oder von einer Wühlmaus stammt, ist nicht unwesentlich: Im Gegensatz zu Wühlmäusen stehen Maulwürfe nämlich unter Naturschutz und dürfen weder gefangen noch getötet werden. Abgesehen davon gelten sie als Nützlinge im Garten, denn Maulwürfe ernähren sich fleischlich, u. a. von Schnecken und Engerlingen. So lästig seine Hügel auch sind – am besten freundet man sich mit ihnen an und nutzt seine ausgeworfene Erde als wertvolles Pflanzsubstrat für Töpfe.

Wühlmäuse hingegen sind Pflanzenfresser und werden als Schädlinge gesehen, dabei hilft ihnen ihr putziges Aussehen auch nichts. Sie nagen mit Vorliebe an Pflanzenwurzeln, Knollen und Blumenzwiebeln, was die Pflanzen häufig zum Absterben bringt. Auch die Wurzeln von Jungbäumen sowie Rüben im Gemüsebeet sind also nicht vor ihnen sicher. Die Schäden entstehen unbemerkt unter der Erde – und das vorwiegend im Winter.

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Wühlmäuse sieht man nur selten an der Erdoberfläche. Der hauptsächliche Aufenthaltsort der Pflanzenfresser liegt unter der Erde © Sue Robinson/Shutterstock.com

Eindeutige Unterschiede bei Haufen und Gängen

Indiz 1 – Aussehen und Größe des Erdhügels:
Die Erdhügel der Wühlmäuse sind deutlich kleiner und unregelmäßiger geformt (meist länglich) als jene des Maulwurfs. Die Erde enthält häufig Wurzeln oder Pflanzenteile. Nur zum Herbst hin werfen Wühlmäuse auch größere Haufen auf, die an die Ausmaße von Maulwurfhügeln herankommen. Der Maulwurf schaufelt hingegen in regelmäßigen Abständen das ganze Jahr über hohe vulkanförmige, rundliche Erdhaufen aus dem Boden.

Indiz 2 – Form und Position des Loches:

Entfernt man die Erde, kann man die Position des Loches erkennen: Bei Wühlmäusen befindet sich das Loch nicht mittig, sondern etwas seitlich. Wühlmäuse graben hoch-ovale bis rundliche, mindestens 8 cm breite Gänge, die sofort, spätestens aber 6 Stunden nach dem Öffnen durch Verstopfen wieder verschlossen werden. Sie verlaufen dicht unter der Erdoberfläche.
Für den Maulwurf typisch sind hingegen kleinere, quer-ovale Gänge, die erst mehrere Tage nach dem Öffnen wieder verschlossen werden. Das geschieht durch ein Unterwühlen und Umgehen der Öffnung. Die Gänge verlaufen von mittigen Loch zunächst senkrecht nach unten.

Bester Zeitpunkt zur Wühlmaus-Bekämpfung

Wühlmäuse können das ganze Jahr über bekämpft werden. Die Chancen auf Erfolg sind jedoch in den Wintermonaten am größten, denn dann finden die Tiere naturgemäß weniger Nahrung und sprechen leichter auf Futterköder an. Im Handel sind verschiedene Fallenmodelle erhältlich. Bevorzugen Sie jedoch sogenannte Kastenfallen, denn diese verschonen die geschützten Maulwürfe.

Geizen Sie nicht, wenn es um die Anzahl der Fallen geht: Für einen Garten mit 500 m2 benötigen Sie rund 20 Fallen. Diese werden in aktiven Gängen eingesetzt. Ob ein Gang noch bewohnt ist, erkennen Sie an der sog. „Verwühlprobe“: Dazu legen Sie den Gang an mehreren Stellen auf ca. 30 cm Länge frei. Wenn der Gang noch aktiv ist, verschließen die Wühlmäuse diesen innerhalb weniger Stunden wieder.

Da Wühlmäuse gute Riecher sind, sollten Sie beim auslegen der Fallen stets Handschuhe tragen und die Fallen mit Erde abreiben. Als Köder eignen sich Karotten und Sellerie.

Besser als bekämpfen ist jedoch vorbeugen:
Um Fraßschäden durch Wühlmäuse zu vermeiden, arbeiten Sie beim Einpflanzen von Jungbäumen ein Wühlmausgitter mit max. 13 cm Lochgröße um den Wurzelballen mit ein. Das Gitter muss bis zum Stamm hinaufreichen, damit die Wühlmäuse nicht von oben zu den Wurzeln gelangen. Wurzel- und Knollengemüse wie Erdäpfel, Sellerie oder Rote Rüben sowie Blumenzwiebeln und -knollen pflanzen Sie am besten in einen engmaschigen Drahtgorb.