Pfaffenhütchen – ein Pflanzenname, bei dem man unwillkürlich zweimal hinschaut. Was hat ein Strauch schließlich mit einem Pfaffen und dessen Hut zu tun? Die Antwort steckt in den Früchten: Wenn sie... Mehr lesen ...
Verblüht heißt nicht unansehnlich - die Fette Henne bleibt janzjährig attraktiv © Oliver Riddoch/Shutterstock.com
Wenn im Herbst die letzten Blüten verblühen, muss im Garten nicht gleich aufgeräumt werden. Viele Stauden entwickeln gerade nach der Blüte einen ganz eigenen Reiz. Ihre trockenen Blüten- und Samenstände bleiben über Wochen und teilweise sogar Monate attraktiv, geben Beeten Struktur und sorgen dafür, dass die Pflanzung auch in der kalten Jahreszeit nicht völlig leer wirkt. Besonders schön kommen die filigranen oder markanten Formen zur Geltung, wenn sich Raureif auf ihnen absetzt oder eine dünne Schneeschicht die Pflanzen überzieht. Gleichzeitig können stehen gelassene Samenstände Vögeln als Nahrungsquelle dienen und trockene Stängel kleinen Tieren Schutz bieten. Ein Grund mehr, im Herbst nicht überall gleichzeitig die Schere anzusetzen.
Die Fette Henne gehört zu den Klassikern für das Herbst- und Winterbeet. Ihre dichten Blütenstände verfärben sich nach der Blüte in warme Braun- und Rottöne und bleiben lange stabil. Am besten lässt man sie über den Winter stehen und schneidet sie erst im Frühjahr zurück.
Die markanten, kugeligen Samenstände des Sonnenhuts bleiben auf den kräftigen Stängeln lange erhalten. Sie bringen Struktur ins Beet und werden gerne von Vögeln besucht. Besonders schön wirken sie zwischen Gräsern.
Auch die Schafgarbe muss nach der Blüte nicht sofort weichen. Ihre flachen Blütenstände trocknen ein und behalten ihre Form. In Beige- und Brauntönen sorgen sie für eine natürliche Herbst- und Winterwirkung.
Mit ihren kugeligen Fruchtständen ist die Kugeldistel ein echter Hingucker. Die stabilen Stängel halten lange und wirken auch einzeln oder in kleinen Gruppen sehr dekorativ.
Mannstreu bringt eine fast skulpturale Wirkung ins winterliche Beet. Die starren Stängel und markanten Fruchtstände bleiben lange stehen und geben auch schlichten Pflanzungen eine interessante Struktur.
Die kleinen, kugeligen oder walzenförmigen Fruchtstände des Wiesenknopfs sitzen auf filigranen Stängeln und sorgen für eine leichte, natürliche Optik. Besonders gut passt er in naturnahe Pflanzungen.
Auch verblühte Astern können bis ins Frühjahr attraktiv bleiben. Die feinen Samenstände sitzen an verzweigten Stängeln und bilden einen lockeren Schleier über dem Beet.
Wer den winterlichen Charakter des Gartens erhalten möchte, sollte mit dem Rückschnitt nicht zu früh beginnen. Viele trockene Stängel sind nicht nur dekorativ, sondern bieten auch Tieren Schutz. Im Frühjahr, kurz vor dem neuen Austrieb, ist meist der richtige Zeitpunkt, um die alten Pflanzenteile zu entfernen. So bekommt das Beet einen frischen Start – und darf bis dahin seine ganze Winterwirkung zeigen.