Wintergemüse aufpeppen

Ein Artikel von Johanna Lassl | 15.02.2026 - 08:50
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Haben Sie schon einmal Sauerkraut selbst hergestellt? Es ist denkbar einfach
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Sie haben am Ende des Winters Wurzel- und Kohlgemüse satt? Wochenlang gab es Kartoffeln, Karotten, Rote Bete oder Kraut in immer ähnlichen Variationen. Doch gerade jetzt lohnt es sich, diesen robusten Winterklassikern neues Leben einzuhauchen: Probieren Sie doch einmal, Ihr Wintergemüse einzulegen. Mit Essig, Salz oder milder Fermentation entstehen überraschend frische, würzige Aromen – von süß-sauer über pikant bis angenehm säuerlich. So wird aus dem vermeintlich „ewigen“ Lagergemüse eine geschmackliche Entdeckung.

Warum Einlegen gerade bei Wintergemüse so sinnvoll ist

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Das eingelegte Gemüse kann auch gemischt und mit z. B. Chili verfeinert werden
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Wurzel- und Kohlgemüse wie Karotten, Pastinaken, Steckrüben oder Weißkohl eignen sich hervorragend zum Einlegen. Ihre feste Struktur bleibt auch nach dem Konservieren knackig, und sie nehmen Gewürze besonders gut auf. Klassiker wie Sauerkraut zeigen seit Jahrhunderten, wie gut Kohl durch Fermentation haltbar und aromatisch wird.

Gesundheitliche Vorteile

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Karottensticks sind schnell geschnitten und genauso schnell eingelegt
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  1. Unterstützung der Darmgesundheit
    Vor allem fermentiertes Gemüse (z. B. milchsauer eingelegt) enthält natürliche Milchsäurebakterien. Diese können die Darmflora positiv beeinflussen und die Verdauung unterstützen.

  2. Erhalt von Nährstoffen
    Beim schonenden Einlegen – insbesondere bei Rohfermentation – bleiben viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe erhalten. Kohl ist zum Beispiel reich an Vitamin C, das auch im fermentierten Zustand teilweise bewahrt wird.

  3. Bessere Verdaulichkeit
    Durch Fermentation werden bestimmte Pflanzenstoffe abgebaut, wodurch das Gemüse bekömmlicher wird. Gerade Kohlgerichte werden so oft leichter vertragen.

  4. Weniger Lebensmittelverschwendung
    Einlegen verlängert die Haltbarkeit deutlich. Überschüsse aus dem Einkauf oder vom Wochenmarkt müssen nicht weggeworfen werden, sondern werden zu haltbaren Vorräten.

    Ob als Beilage zu herzhaften Gerichten, im Sandwich, im Salat oder als würziger Kontrast zu deftigen Speisen – eingelegtes Wintergemüse bringt Frische und Säure auf den Teller, wenn draußen noch Kälte herrscht.

Anleitung: Einfaches milchsäurevergorenes Wintergemüse

Zutaten:

  • 1 kg fein geschnittenes Wintergemüse (z. B. Weißkohl, Karotten, Rote Bete)
  • 20 g Salz (ca. 2 % vom Gemüsegewicht)
  • Optional: Kümmel, Wacholder oder Chili

Zubereitung:

  1. Gemüse mit Salz gründlich vermengen und einige Minuten kräftig kneten, bis Saft austritt.
  2. Fest in ein sauberes Glas oder Gärgefäß drücken, sodass alles mit Flüssigkeit bedeckt ist.
  3. Mit einem Gewicht beschweren.
  4. Bei Raumtemperatur 5–10 Tage fermentieren lassen (je nach gewünschter Säure), danach kühl lagern.

So entsteht ein aromatisches, probiotisches Gemüse, das viele Wochen haltbar ist. Besonders wichtig ist bei der Herstellung das saubere Arbeiten. Sterilisieren Sie die Gläser zuvor im Ofen oder heißem Wasser und waschen Sie Ihre Hände gründlich, auch beim späteren Berühren des Glases. Das Gemüse muss dauerhaft unterhalb der Flüssigkeit sein, daher ist ein Gewicht, z. B. aus Glas, unabkömmlich.