Der Name ist also erstaunlich wörtlich zu nehmen. Aus der Ferne wirken die kleinen rosafarbenen Früchte wie winzige Hütchen, die an den Zweigen hängen. Öffnen sich die Kapseln, kommen die orangefarbenen Samen zum Vorschein – und aus dem „Hütchen“ wird ein kleines Herbstkunstwerk. Botanisch handelt es sich um Euonymus europaeus, das Gewöhnliche Pfaffenhütchen. Es gehört zur Familie der Spindelstrauchgewächse (Celastraceae).
Auch andere deutsche Namen spielen auf die ungewöhnliche Fruchtform an. Das Pfaffenhütchen wird regional unter anderem Pfaffenkäppchen oder Pfaffenkapperl genannt. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Die Frucht sieht aus wie eine kleine Kopfbedeckung, speziell wie die eines Pfarrers, das sogenannte Birett.
Dabei sind die Früchte nicht nur namensgebend, sondern auch das auffälligste Merkmal des Strauchs. Im Herbst färbt sich zudem das Laub häufig leuchtend gelb bis rot. So gehört das Pfaffenhütchen zu den Gehölzen, die erst gegen Ende der Gartensaison richtig auffallen.
Der sommergrüne Strauch wächst aufrecht und kann mehrere Meter hoch werden. Seine kleinen, eher unscheinbaren Blüten erscheinen bereits im Frühjahr. Erst Monate später übernimmt die Frucht die Hauptrolle – und erklärt damit ganz nebenbei, warum das Pfaffenhütchen seinen ungewöhnlichen Namen trägt.
Übrigens sollte man sich von der hübschen Optik nicht zum Naschen verleiten lassen: Die Früchte und weitere Pflanzenteile sind giftig. Für Menschen ist das Pfaffenhütchen deshalb vor allem eines: ein ungewöhnliches Gehölz mit einem ungewöhnlichen Namen – und einem erstaunlich passenden „Hut“.