Traditionelle Stauden für den Bauerngarten

Ein Artikel von GARTEN+HAUS | 13.08.2019 - 15:24

Blumen im Bauerngarten haben sowohl zierenden als auch nützlichen Wert: Die einjährigen Ringelblumen (Calendula) beispielsweise sind auch Heilpflanzen. Daneben finden seit jeher auch viele Stauden den Weg in den Bauerngarten, die zwar robust, aber nicht unbedingt einheimisch sind: der Türkische Mohn (Papaver orientale) etwa oder die Braunrote Taglilie (Hemerocallis fulva) stammen ursprünglich aus Asien. Aus Amerika, im 16. Jh. zu uns gekommen nach der Entdeckung des Kontinents, stammen hingegen der allgegenwärtige Stauden-Phlox (Phlox paniculata) oder die Stauden-Sonnenblumen (Helianthus).

Traditionelle Bauerngartenstauden müssen also nicht zwangsläufig auch einheimisch sein. Allen gemein ist aber eines: Sie sind pflegeleicht und haben sich über Jahrhunderte und Menschengenerationen hin bewährt.

Traditionelle Bauerngartenstauden

Stockrose (Alcea rosea)
Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)
Astern (Aster-Arten)
Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)
Garten-Chrysantheme (Chrysanthemum x grandiflorum)
Rittersporn (Delphinium)
Stauden-Sonnenblumen (Helianthus decapetalus, H. salicifolius)
Raues Sonnenauge (Heliopsis helianthoides)
Braunrote Taglilie (Hemerocallis fulva)
Schwertlilien (Iris germanica, I. sibirica)
Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus)
Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis)
Türkischer Mohn (Papaver orientale)
Stauden-Phlox (Phlox paniculata)
Blaue Himmelsleiter, Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)
Sonnenhut (Rudbeckia)
Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)
Brennende Liebe (Silene chalcedonica)
Mutterkraut (Tanacetum parthenium)


Tipp: Ein besonders stimmiger, ländlicher Eindruck entsteht im Bauerngarten, wenn Sie Stauden mit Einjährigen (z. B. Schmuckkörbchen, Zinnien, Tagetes und Löwenmäulchen) Kräutern und Gemüsepflanzen kombinieren. Dazwischen pflanzen Sie Zwiebel- und Knollenpflanzen wie Dahlien (Dahlia), Gladiolen (Gladiolus) oder Madonnen-Lilien (Lilium candidum).

Wussten Sie, dass ...

... Klostergärten die Vorbilder der traditionellen Bauerngärten waren? Ihre Geschichte geht bis ins frühe Mittelalter im 9. Jh., um die Zeit Karls des Großen, zurück. Klostergärten dienten der Selbstversorgung der Nonnen und Mönche. Im Grundriss waren sie meist rechteckig vier gleich großen Teilen und sich kreuzenden Wegen. In der Mitte befand sich ein Brunnen oder ein bepflanztes Rondell. Auch Zierpflanzen gab es vermutlich bereits in den Klostergärten – zum Schmuck der Kirchen und Kapellen.